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Orior: Darfs ein bisschen mehr sein?

Die Aktie der Lebensmittelgruppe Orior testet neue Höhen. Laut Marktbeobachtern hat der Titel sogar Substanz für mehr.
17.03.2015 12:05
Von Ivo Ruch
Orior ist mit Fleischwaren gross geworden, stellt aber auch immer mehr fleischlose Produkte her.
Orior ist mit Fleischwaren gross geworden, stellt aber auch immer mehr fleischlose Produkte her.
Bild: iNg

Es ist eine der erfreulichen Börsen-Geschichten der zurückliegenden Monate. Seit November 2014 ist die Orior-Aktie stetig geklettert - auf mittlerweile knapp 60 Franken. Alleine im laufenden Jahr liegt die Performance bei rund 9 Prozent. Und das trotz des SNB-Kurssturzes. Im selben Zeitraum hat der Swiss Performance Index (SPI) wenig mehr als 4 Prozent zulegen können.

Orior-Aktienkurs im laufenden Jahr. Quelle: cash.ch, Stand 17.03.2015

 

Die Gründe dafür sind vielseitig. Einerseits hat Orior jüngst vom Umstand profitiert, dass sie Währungsrisiken gegenüber unterdurchschnittlich exponiert sind. Zudem hat der Markt die Installation des neuen CEO Daniel Lutz begrüsst. Schliesslich wurden die Aktionäre für das zurückliegende Geschäftsjahr mit einer Dividendenerhöhung von 1,97 auf 2 Franken belohnt.

Es liegt noch mehr drin

Das neue Allzeithoch des Zürcher Unternehmens dürfte allerdings noch nicht das Ende der Reise sein. Eine tiefe Bewertung (KGV 13 für 2015) sowie eine attraktive Dividendenrendite von 3,4 Prozent sprechen auch in Zukunft für den Titel. Weil die Zürcher Kantonalbank (ZKB) Orior auf Jahressicht eine um 5 bis 10 Prozent bessere Kursentwicklung als dem SPI zutraut, hat sie den Titel kürzlich von "Marktgewichten" auf "Übergewichten" hochgestuft.

Die Bank Vontobel belässt ihr Rating hingegen bei "Hold". Aufgrund des Ausblicks auf das laufende Geschäftsjahr hat sie aber das Kursziel von 60 auf 62 Franken erhöht. Noch optimistischer sind die Experten von Kepler Cheuvreux, die der Aktie einen Anstieg auf 64 Franken zutrauen. Beim aktuellen Kursniveau entspräche das einem Aufwärtspotenzial von fast 8 Prozent.

Pläne für das Ausland

Noch macht Orior den Hauptteil des Umsatzes in der Schweiz. Doch dem Wachstum in der Schweiz sind Grenzen gesetzt. Deshalb schaut sich der Konzern nach Zukäufen im Ausland um. Dieses oder nächstes Jahr soll eine Akquisition im Bereich Convenience gemacht werden, wie CEO Daniel Lutz anlässlich einer Telefonkonferenz mit Analysten Ende Februar sagte. Das Fernziel soll ein Umsatzanteil von 25 Prozent im Ausland sein.

Findet Orior keinen geeigneten Übernahmekandidaten, könnte laut ZKB-Analysten mit dem frei werdenden Geld die Ausschüttungsquote erhöht werden. Aktuell liegt diese Quote bei 45 Prozent, leisten könnte sich Orior aber einen Wert von 75 Prozent. Das entspräche einer Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent. "Dieses Alternativszenario fände zweifellos bei vielen Investoren Anklang", schreiben die ZKB in einem aktuellen Kommentar.

Fleischlose Zukunft

Gross geworden ist Orior mit Veredelung von Fleischprodukten. Doch zusehends mausert sich die Firma zum Schweizer Marktführer für vegetarische und vegane Convenience-Produkte – eine Sparte mit Zukunftspotenzial. Denn der Trend hin zu einer fleischlosen Ernährung ist auch in der Schweiz spürbar. So verbreitern Detailhändler laufend das entsprechende Angebot, was Orior direkt Geld in die Kassen spült.