Österreich bringt erstmals 70-jährige Staatsanleihe

Österreich will sich erstmals über eine ultra-lang laufende Staatsanleihe frisches Geld von Anlegern beschaffen.
25.10.2016 13:20
Neu und alt: Blick auf die Domkirche St. Stephan in Wien.
Neu und alt: Blick auf die Domkirche St. Stephan in Wien.
Bild: cash

Die Alpenrepublik plant die Platzierung einer 70 Jahre laufenden Anleihe, wie ein Sprecher der Bundesfinanzierungsagentur Öbfa am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Österreich will sich so das aktuell sehr niedrige Zinsniveau sichern. Nach Einschätzung von Anleihespezialist Christoph Rieger von der Commerzbank können Investoren mit einer Rendite von rund 1,7 Prozent rechnen.

Auch andere Länder der Euro-Zone haben angesichts der aktuell niedrigen Zinsen bereits Papiere mit ungewöhnlich langen Laufzeiten an den Markt gebracht. Italien, Spanien und Frankreich begaben 50 Jahre laufende Staatsanleihen. Belgien und Irland legten über Privatplatzierungen sogar 100-jährige Bonds auf.

Der Reuters-Tochter IFR zufolge liegen für die bis zum 2. November 2086 laufende Anleihe bereits Interessensbekundungen im Volumen von mehr als sieben Milliarden Euro vor. Der Deal wird organisiert von Barclays, Goldman Sachs, HSBC, Nomura und Raiffeisen Bank International. Details über Preis und Volumen werden im Tagesverlauf erwartet.

Papiere mit ultra-langen Laufzeiten ziehen vor allem institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungen an. "Wir sehen eine klare Tendenz zu ultra-lang laufenden Anleihen", sagte Rieger. Die längste von Deutschland begebene Staatsanleihe hat eine Laufzeit von 30 Jahren. 

(Reuters)