Partners Group: Franken als Handicap

Christoph Rubeli, Co-CEO Partners Group, äussert sich im cash-Video-Interview zum Firmenrekordjahr 2014 und zu den Herausforderungen, die durch den starken Franken und die Geldschwemme der Zentralbanken entstanden sind.
24.03.2015 15:25
Von Pascal Züger
Christoph Rubeli ist Co-CEO des Vermögensverwalters Partners Group. Er teilt sich das Amt mit André Frei.
Bild: cash

Die in der Private-Equity-Branche tätige Partners Group präsentierte am Dienstag Ihre Jahreszahlen 2014. Sie verbesserte im zurückliegenden Geschäftsjahr ihre Erträge um 17 Prozent auf 574 Millionen Franken. Der Generalversammlung soll die Ausschüttung einer Dividende von 8,50 Franken pro Aktie vorgeschlagen werden - nach 7,25 Franken im Vorjahr.

Doch: Der Markt hatte bereits im Vorfeld ein starkes, wenn nicht sogar stärkeres Ergebnis antizipiert. Der Abschluss sei "sehr ordentlich ausgefallen", konnte aber "nach dem extrem starken ersten Halbjahr nicht mehr wirklich überraschen", kommentiert beispielsweise die Zürcher Kantonalbank (ZKB) das Ergebnis.

Als Folge davon gaben die Aktien des Vermögensverwalters am Dienstag nach. Die Titel fielen am Dienstag an der SIX bis 4 Prozent. Der Finanzmarkt hat seine eigene Logik wieder einmal deutlich demonstriert: Ein gutes Geschäftsjahr muss sich nicht zwingend zu steigenden Aktienkursen führen.

Entscheidend sind die Erwartungen. Partners Group erreichte zwar seine eigenen Vorgaben, Analysten hatten sich jedoch vor allem von der EBITDA-Marge mehr erhofft. Am Dienstag haben Aktionäre bei Partners Group auch Gewinne realisiert. Seit dem SNB- und Frankenschock hat die Aktie etwa 30 Prozent zugelegt.

Anspruchsvolles Geschäftsjahr 2015

Das Jahr 2015 könnte in vielerlei Hinsicht schwierig werden. Zum einen ist da das Problem mit dem starken Schweizer Franken. Partners Group generiert ungefähr 60 Prozent ihres Umsatzes in Euro. "Die Umtransponierung der ausländischen Währung in den Schweizer Franken bedeutet ein Handicap", gibt denn Christoph Rubeli, Co-CEO Partners Group,  im cash-Video-Interview unumwunden zu. Man sei jedoch bestrebt, laufend Kosten in anderen Währungen aufzubauen und habe mehr und mehr Produkte, die nicht in Euros denominiert seien.

Andererseits erschwert die Geldschwemme der Notenbanken dem Vermögensverwalter das Geschäft. Finanzmärkte werden dadurch sehr liquid und Verschuldungen günstiger. Firmen können sich leicht mit Fremdkapital finanzieren. Das erschwert den Kauf von Firmen. Die Partners Group fokussiert sich deshalb auf kleine Nischenmärkte. Mittelgrosse Firmen sollen global gemacht werden. Es sollen "spezielle Sektoren, spezielle Themen abgedeckt werden, wie zum Beispiel Bildung oder Healthcare", so Christoph Rubeli zu cash.

Die Experten der Bank Vontobel rechnen damit, dass sich die EBITDA-Marge im laufenden und kommenden Jahr auf 59 Prozent reduzieren werde. Nichtsdestotrotz ist die Partners Group sehr gut aufgestellt und ihre Aktie hat am Montag gar ein neues Allzeithoch markiert.

Viele Analysten sind optimistisch und Stufen den Titel als "Kaufen" ein. Das Kursziel liegt im Bereich von 300 bis 330 Franken. Aktuell notiert der Titel bei 291. Mit diesem Kursziel vor Augen bleibt der Aktie jedoch nicht mehr viel Luft nach oben.

Im Video-Interview mit cash äussert sich Christoph Rubeli auch über Expansionspläne in Afrika und zu der Frage, ob Partners Group von Krisen profitiert.