Peter HuntsmanDesignierter Chef von HuntsmanClariant wehrt sich gegen Kritik

Der designierte Konzernchef von HuntsmanClariant hat sich erstmals öffentlich in der Schweiz zur geplanten Fusion geäussert. Peter Huntsman nahm dabei auch Stellung zur Kritik eines Grossinvestors.
01.09.2017 14:57
Peter Huntsman, designierter Konzernchef von HuntsmanClariant.
Peter Huntsman, designierter Konzernchef von HuntsmanClariant.
Bild: Bloomberg

Die Zuteilung, wonach Clariant-Aktionäre 52% am neuen Unternehmen halten werden und Huntsman-Aktionäre 48%, sei fair und basiere auf den Werteverhältnissen am Markt, sagte Peter Huntsman am Freitag in einem Interview mit der Zeitung "Finanz und Wirtschaft".

Die Aktionärsgruppe White Tale, die ihren Anteil an Clariant jüngst auf 10 Prozent erhöht hat, stellt sich bekanntlich gegen die Fusion der beiden Chemieunternehmen. Dem im Mai angekündigten Merger mangle es an strategischen Gründen, und Clariant solle sich daher nach Alternativen umsehen. Zudem würden die Clariant-Aktien als zu tief bewertet, lautet die Kritik.

"Fast ausnahmslos Zustimmung"

Huntsman bezeichnete im Interview die oppositionelle White Tale als nicht repräsentativ für das Aktionariat von Clariant. Natürlich gebe es Fragen, aber: "Werden die Dinge dann erklärt, registriere ich fast ausnahmslos Zustimmung".

Auch seine Firma habe vor Jahren mit Corvex - dem einen Teil von White Tale - zu tun gehabt, erinnert sich Huntsman. Corvex habe sich damals strikt gegen die Übernahme des Geschäfts mit Titandioxidpigmenten von Rockwood gestemmt. "Vor drei Wochen haben wir dieses Geschäft als Venator an die Börse gebracht- und es zeigt sich: Wir haben den Aktionären Mehrwert in Milliardenhöhe geschaffen", sagte Huntsman.

Steigerung der Profitabilität

Zu den strategischen Fusionsüberlegungen sagte er weiter, dass es nicht darum gehe, eine viel grössere Huntsman oder eine viel grössere Clariant zu schaffen. "Dann würden wir scheitern. Wir müssen von beiden Seiten das Beste nehmen und daraus eine neue Kultur formen."

Peter Huntsmann stellt für das neuen Unternehmen eine Betriebsgewinnmarge (EBITDA) von bis zu 20% in Aussicht. Heute erreichten Clariant und Huntsman je rund 15%. "Aus dem eingespielten EBITDA sollten wir zudem reichlich Cashflow generieren können, mehr als 50% hoffe ich." Das Ziel sei zudem, mindestens doppelt so schnell wachsen zu können wie das globale Bruttoinlandprodukt.

Die Fusion von Clariant und Huntsman ist für Ende Jahr oder Anfang 2018 geplant. Clariant-Chef Hariolf Kottmann ist als Verwaltungsratspräsident vorgesehen und Peter Huntsman soll neuer Konzernchef werden.

(AWP)