Pfund legt zuGrossbritannien: Inflation steigt stärker als erwartet

Die Inflation in Grossbritannien entfernt sich immer mehr vom Ziel der Bank of England. Wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte, erhöhten sich die Konsumentenpreise im August zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent.
12.09.2017 11:33
5-Pfund-Noten: Die Währung legt am Dienstag zum Euro und Dollar zu.
5-Pfund-Noten: Die Währung legt am Dienstag zum Euro und Dollar zu.
Bild: Bloomberg

Das lag über den Erwartungen von Analysten, die mit 2,8 Prozent gerechnet hatten, und deutlich über der Entwicklung im Vormonat, als die Rate 2,6 Prozent betrug. Die Kerninflation ohne schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel erreichte mit 2,7 Prozent den höchsten Stand seit Ende 2011.

Das britische Pfund reagierte zu Euro und Dollar mit Kursgewinnen, weil die Zahlen die britische Notenbank unter Zugzwang setzen könnten, ihre Leitzinsen anzuheben. Die Bank of England wird am Donnerstag ihre Zinsentscheidung bekannt geben.

Das Inflationsziel der Bank of England liegt bei zwei Prozent. Weicht die tatsächliche Teuerung um mehr als einen Prozentpunkt davon ab, muss Notenbankchef Mark Carney der Regierung die Abweichung schriftlich erklären.

Beflügelt wurde die aktuelle Teuerung durch steigende Preise von Kleidung und Schuhen. Druck übt nicht zuletzt das schwache Pfund aus, das importierte Waren für britische Konsumenten verteuert. Seit der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, steht die Währung Grossbritanniens unter stetigem Abwertungsdruck. Grund sind Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft der zweitgrössten Volkswirtschaft Europas.

(AWP)