Phantomkonten bringen US-Bank Wells Fargo in immer grössere Not

Im Skandal um Phantomkonten bei Wells Fargo drohen dem Institut nun auch strafrechtliche Konsequenzen.
20.10.2016 20:05
Phantomkonten bringen US-Bank Wells Fargo in immer grössere Not
Bild: Bloomberg

Der Bundesstaat Kalifornien leitete am Mittwoch entsprechende Ermittlungen gegen die grösste US-Hypothekenbank ein. Bundesanwältin Kamala Harris genehmigte die Beschlagnahme von Kundenakten und anderer Dokumente. Es bestehe der Verdacht, dass die Bank Straftaten begangen habe. Wells Fargo soll über Jahre rund zwei Millionen Konten ohne Kundengenehmigung eröffnet haben. Damit wollten Bankmitarbeiter offenbar hochgesteckte Verkaufsvorgaben erreichen. Konzernchef John Stumpf nahm nach anfänglichem Zögern seinen Hut. Zudem wurden 5300 Mitarbeiter entlassen, zumeist aus den unteren Ebenen.

Neben der Eröffnung der Phantomkonten sollen Mitarbeiter von Wells Fargo Kunden auch zu kostspieligen Finanzprodukten überredet haben, die diese weder anforderten noch brauchten. Teilweise mussten sie dafür Gebühren zahlen. Externe Prüfer fanden zudem rund 623.000 Kreditkartenkonten, die nie aktiviert wurden. Wells Fargo hat sich in dem Fall bereits mit mehreren US-Behörden auf eine Strafe von 185 Millionen Dollar geeinigt. Zudem haben Grosskunden wie Kalifornien und Illinois ihre Geschäfte mit dem Institut auf Eis gelegt. Der Aktienkurs steht unter Druck, und der Ruf der Bank hat gelitten.

(Reuters)