«Pharma-Aktien haben noch Potenzial»

Der Schweizer Pharmasektor habe für 2014 gute Aussichten, sagt Stephan Meschenmoser im cash-Video-Interview. Zudem befinde sich der Schweizer Aktienmarkt in einer Win-win-Situation, so der Blackrock-Anlagestratege.
11.12.2013 16:07
Von Ivo Ruch
Stephan Meschenmoser, Anlagestratege bei Blackrock.
Bild: cash

Der Schweizer Aktienmarkt wird 2014 laut Blackrock in doppelter Hinsicht attraktiv. Geht es der globalen Wirtschaft gut, profitieren die Schweizer Unternehmen von ihrer internationalen Vernetzung. Tritt aber ein negativeres Szenario für die Weltwirtschaft ein, werde die Schweiz ebenfalls "besser abschneiden als der Rest der Welt", sagt Stephan Meschenmoser, Anlagestratege bei Blackrock im cash-Video-Interview.

Diese Win-win-Situation verdanke der Schweizer Markt seiner defensiven Ausrichtung, so Meschenmoser. Und dementsprechend ist es der Schweizer Pharmasektor, wo der Anlagestratege durchaus noch Potenzial sieht. Der Branchenindex der Schweizer Gesundheitsunternehmen hat in diesem Jahr 31 Prozent zugelegt. Das sind 10 Prozent mehr als der breite Swiss Performance Index (SPI).

Gute Perspektiven in Japan

Aus globaler Sicht setzten die Blackrock-Strategen weiterhin auf japanische Aktien. Einerseits weil die dortigen Titel noch nicht übertrieben bewertet seien. Andererseits weil die Zuwächse in den japanischen Aktienpreisen in diesem Jahr vor allem durch höhere Unternehmensgewinne zustande gekommen seien, so Meschenmoser.  Anleger, die sich gegen den sinkenden Yen absichern würden, hätten in Japan gute Perspektiven. Bereits in diesem Jahr führt der japanische Topix-Index die weltweit grössten Börsen mit einem Plus von 47 Prozent an. 

Dem Rest der asiatischen Märkte traut Cameron Watt durchaus Überraschungspotenzial zu. Insbesondere in China deuteten die politischen Reformen auf eine positive Entwicklung hin. Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas hatte im November mehrere marktwirtschaftliche Neuerungen angekündigt.

Gefahr für die weltweiten Aktienmärkte sieht Cameron Watt erst mit dem Tapering der amerikanischen Zentralbank (Fed) aufziehen. Das Ende der lockeren Fed-Geldpolitik werde die Volatilität erhöhen und somit auch Aktien verletzlicher machen, so Cameron Watt.

Kein Klumpenrisiko

Mit der Verwaltung von 4 Billionen Kundengeldern ist Blackrock der grösste Vermögensverwalter der Welt. Für Stephan Meschenmoser stellt diese Grösse allerdings kein Klumpenrisiko für das Finanzsystem dar: "Selbst mit 4 Billionen ist unser Marktanteil gering."

Hinzu komme, dass Blackrock 64 Prozent der verwalteten Vermögen in indexbasierten ETF anlege und daher keine eigene Meinung vertrete. Die enorme Macht von Blackrock drückt sich auch dadurch aus, dass das Unternehmen bei den grössten Firmen der Welt zu den wichtigsten Aktionären gehört, so zum Beispiel bei Apple, Microsoft oder Nestle.
 

Im cash-Video-Interview äussert sich Stephan Meschenmoser zu weiteren Risiken für den Schweizer Aktienmarkt.