Pharma - Basilea schliesst 2017 mit geringerem Verlust ab

Basilea Pharmaceutica hat ein ereignisreiches Geschäftsjahr 2017 hinter sich, in dem das Unternehmen der Profitabilität entscheidend näher gekommen ist.
27.02.2018 08:12
Der Hauptsitz von Basilea in Basel.
Der Hauptsitz von Basilea in Basel.
Bild: ZVG

Dabei spielte die Lizenzvereinbarung mit Pfizer über das Antimykotikum Cresemba eine wichtige Rolle. Für das laufende Geschäftsjahr 2018 rückt Basilea die Weiterentwicklung der Pipeline-Projekte in den Fokus.

Finanziert werden sollen diese aus den liquiden Mitteln, die per Ende 2017 bei 310,7 Mio CHF lagen, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Im vergangenen Geschäftsjahr habe man sich vor allem darauf konzentriert, den Wert der vermarkteten Medikamente Cresemba (Isavuconazol) und Zevtera (Ceftobiprol) durch Partnerschaften zu maximieren. Dies habe sich auch in der geschäftlichen Entwicklung niedergeschlagen.

So stieg der Gesamtumsatz auf 101,5 Mio CHF, ein Plus von 54% gegenüber 2016. Treibende Kräfte waren dabei die Produktverkäufe, die sich mehr als verdoppelten. Auch die Umsätze aus Verträgen nahmen um mehr als ein Viertel auf 74,0 Mio CHF zu. In den Umsätzen aus Verträgen schlagen sich laut Mitteilung die Vereinbarungen für Toctino sowie die Lizenzvereinbarungen mit Astellas und Pfizer für Isavuconazol nieder. Unter den sonstigen Erträgen sind 10,5 Mio CHF verbucht, die Basilea im Zuge der Zusammenarbeit mit der US-Behörde BARDA erhalten hat.

Pfizer-Vereinbarung wichtige Weichenstellung

Eine wichtige Weichenstellung für die eigenen Geschäfte hat Basilea im vergangenen Jahr durch die Partnerschaften für die beiden vermarkteten Antiinfektiva - das Antimykotikum Cresemba und das Antibiotikum Zevtera - vorgenommen. Im Juni gab Basilea eine Lizenzvereinbarung mit Pfizer für Cresemba für mehr als 40 Länder in Europa (mit Ausnahme der nordischen Länder) sowie für Russland, die Türkei und Israel bekannt. Dadurch floss dem Unternehmen seinerzeit eine Abschlagszahlung von 70 Mio CHF zu. Das Abkommen wurde später noch auf China und 16 Länder im asiatisch-pazifischen Raum ausgeweitet.

Basilea erhält von Pfizer in diesen Gebieten Royalties im Mittzehner-Prozentbereich. Ausserdem hat das Unternehmen Anspruch auf regulatorische und kommerzielle Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 650 Mio USD.

Es folgten noch weitere Lizenzvereinbarungen. So schloss Basilea mit Cardiome Pharma Corp. eine Vertriebsvereinbarung für Zevtera für Europa (mit Ausnahme der nordischen Länder) und Israel ab. Weitere Vereinbarungen wurden mit Avir Pharma Inc. für Kanada mit Shenzhen China Resources Gosun Pharmaceutical Co. Ltd. für China abgeschlossen.

Fokus auf Onkologie-Projekte

Wichtig an diesen Entscheidungen ist, dass sich Basilea dadurch vergleichsweise regelmässige Einnahmen sichert. Mit ihrer Hilfe kann die Pipeline weiter vorangetrieben werden, was sich das Unternehmen für 2018 auch gross auf die Fahnen geschrieben hat. Man werde die klinischen Programme in der Onkologie erweitern. Zudem hat Basilea erst vor wenigen Tagen Patientenrekrutierung für das Phase-III-Programm mit Ceftobiprol begonnen. Mit ihm soll die Zulassung und der Markteintritt in den USA erreicht werden.

(AWP)