Pharma - Cosmo erwartet nach erfolgreichem Geschäftsjahr für 2017 Kostenanstieg

Das Pharmaunternehmen Cosmo zeigt sich mit dem Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr zufrieden. Das an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen legte beim Umsatz weiter zu, während die Kosten gesenkt wurden.
24.03.2017 08:51
Cosmo stammt aus Italien, ist aber an der Schweizer Börse kotiert.
Cosmo stammt aus Italien, ist aber an der Schweizer Börse kotiert.
Bild: pixabay.com

Allerdings dürfte sich das im laufenden Jahr ändern, stellt Cosmo in Aussicht. Der Ausbau einer eigenen Marketing- und Vertriebsorganisation in den USA werde 2017 zu einem deutlichen Kostenanstieg führen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Cosmo einen Umsatz in Höhe von 67,7 Mio EUR, was einen Anstieg um 11,6% gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet. Hierzu trugen Lizenzgebühren 20,2 Mio EUR bei. Wie der Präsentation für die Medienkonferenz zu entnehmen ist, sind die Lizenzgebühren für das Magen-Darm-Mittel Uceris nach vorübergehenden Schwierigkeiten beim Lizenznehmer Valeant wieder auf dem Niveau von 2014. Zum Vergleich: In Analystenkreisen war beim Umsatz eine Grössenordnung von gut 66 Mio bzw. knapp 64 Mio EUR genannt worden.

Kosten deutlich reduziert

Auf Kostenseite haben sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 8,3 Mio EUR mehr als halbiert (VJ: 23,1 Mio). Die Vertriebs- und Verwaltungskosten beziffert das Unternehmen auf 15,7 Mio EUR (VJ: 22,9 Mio EUR).

Damit ergibt sich ein Vorsteuergewinn von 27,5 Mio EUR, nach 254,3 Mio im Jahr 2015. Netto kam der Gewinn bei 19,3 Mio EUR zu liegen (VJ 248,2 Mio). Die Zahlen für 2015 waren allerdings durch den IPO der Cassiopea geprägt, durch den Cosmo einen aussergewöhnlichen Gewinn in Höhe von 257,8 Mio verbucht hatte.

Den Aktionären stellt Cosmo eine Dividende von 1,50 EUR je Aktie in Aussicht, nachdem sie im Vorjahr 1,40 EUR erhalten hatten.

Pläne für US-Markt

Wichtiger noch als die Zahlen sind dieses Mal aber die Aussagen zur geplanten US-Expansion. Hierfür gibt das Management um CEO Alessandro Della Chà die nächsten Schritte vor: Im Mai soll das Mittel Eleview auf dem US-Markt lanciert werden. Für Europa laufe die Partnersuche noch. Laut Präsentation hält das Management an dem Ziel fest, das Mittel sowohl in den USA als auch der EU innerhalb des ersten Halbjahres 2017 auf den Markt zu bringen. Eleview ist eine injizierbare Komposition, mit der Polypen und Adenomas während einer Kolonoskopie sicherer und schneller entnommen werden können.

Für das Kontrastmittel LuMeBlue wiederum soll ebenfalls im Laufe des noch verbleibenden ersten Halbjahres 2017 der Zulassungsantrag in den USA gestellt werden. Wegen möglicher Lizenzvereinbarungen für die restlichen Märkte ausserhalb der USA laufen laut Präsentation die Gespräche weiterhin.

Für das Mittel Zemcolo wiederum soll in der Indikation Reisedurchfall ebenfalls noch im Laufe des ersten Halbjahres 2017 der US-Zulassungsantrag gestellt werden. In Europa sei das Mittel in dieser Indikation an Dr. Falk auslizensiert. In den USA ist geplant, die Indikation noch auf die Behandlung von Reizdarm (IBS) auszuweiten.

Substanzieller Kostenanstieg erwartet

Diese Pläne zusammen mit dem Ausbau der US-Aktivitäten dürften die Kosten 2017 "substanziell" nach oben treiben, stellt Cosmo in der Mitteilung in Aussicht. So werde allein die US-Organisation, die unter dem Namen Aries firmiert, von 16 auf 95 Personen bis Jahresende anwachsen.

"Der Aufbau der US-Organisation wird zwar in der ersten Phase Geld kosten, aber wir haben genügend Liquidität, um dies zu finanzieren", wird CEO della Chà in der Mittelung zitiert. Mittelfristig werde es Cosmo aber erlauben, die Margen zu erhöhen und die strategischen Optionen zu verbessern, heisst es ergänzend. "Wir sind bestens positioniert, um unser grosses Potenzial auszuschöpfen."

(AWP)