Pharma - Roche macht weiter Boden gut

Letzten Mai sprach die Credit Suisse eine Verkaufsempfehlung für Roche aus. Nur wenige Tage vor der Jahresergebnispräsentation macht die Grossbank diesen Schritt nun rückgängig.
28.01.2019 08:14
Von Lorenz Burkhalter
Blick auf den Roche-Turm in Basel.
Blick auf den Roche-Turm in Basel.
Bild: cash

Als die Credit Suisse den Genussschein von Roche im Mai letzten Jahres von "Neutral" auf "Underperform" herunterstufte und das Kursziel auf 215 (zuvor 240) Franken kürzte, war das Erstaunen gross. Das nicht ohne Grund, kostete das Schwergewicht den Swiss Market Index (SMI) in den zwei Tagen rund um die Herunterstufung immerhin 1 Prozent.

Am Montagmorgen nun macht die Grossbank diesen Schritt wieder rückgängig. Sie stuft den Genussschein des Pharma- und Diagnostikkonzerns aus Basel neuerdings wieder mit "Neutral" ein. Das Kursziel lautet sogar 265 Franken.

Druck auf die Medikamentenpreise kein Thema mehr

Wie die Credit Suisse schreibt, geht sie zwar weiterhin von einer Umsatzerosion bei wichtigen Medikamenten wie Rituxan oder Herceptin aus. Schuld ist der Markteintritt günstigerer Nachahmerpräparate, sogenannter Biosimilars. Allerdings sieht die Grossbank ein beträchtliches Potenzial im Bereich der adjuvanten Krebsbehandlung mit Immuntherapien. Das weltweite Volumen dieses Marktes schätzt sie auf jährlich 29 Milliarden Dollar. Die längerfristigen Umsatzschätzungen von Roche werden in diesem Zusammenhang um rund 7 Milliarden Dollar erhöht, sind die Basler auf diesem Therapiegebiet in verschiedenen Indikationen doch schon heute Marktführer.

Auf einen Betrachtungszeitraum von 12 Monaten lässt der Roche-Genussschein (rot) den SMI (grün) hinter sich zurück (Quelle: www.cash.ch)

Kein Thema mehr scheinen für die Grossbank die sich abzeichnenden Reformen im US-Gesundheitswesen und der damit verbundene Druck auf die Preise pharmazeutischer Produkte zu sein. Noch im Mai letzten Jahres war der zu erwartende Preisdruck eines der Hauptargumente für die Verkaufsempfehlung.

Interesse gilt den Zielvorgaben für 2019

Dadurch, dass die Credit Suisse den Genussschein von Roche nicht länger zum Verkauf empfiehlt, schrumpft die Zahl der negativ gestimmten Banken von vier auf drei. Interessant ist, dass neben der britischen HSBC mit Société Générale und BNP Paribas gleich zwei französische Grossbanken eine Verkaufsempfehlung für den Genussschein ausstehen haben. Société Générale errechnet sogar nur ein Kursziel von 195 Franken. Das liegt fast 25 Prozent unter dem Schlussstand vom Freitag.

Seit Anfang Januar konnte der Roche-Genussschein um knapp 5 Prozent zulegen. Anders als andere Titel aus dem SMI beendete er das Börsenjahr 2018 bloss mit leichten Kursverlusten. Wie es weitergeht, darüber entscheidet nicht zuletzt die Jahresergebnisveröffentlichung vom Donnerstag. Das Interesse der Banken gilt dabei weniger der Geschäftsentwicklung, als vielmehr den Zielvorgaben für 2019.

Während die Bank Vontobel für 2019 von einem Umsatzwachstum von 2 Prozent und einem leicht rückläufigen Jahresgewinn ausgeht, rechnet Baader-Helvea in Erwartung mit einer weiteren Umsatzerosion bei hochrentablen Medikamenten mit einem kräftigeren Gewinnrückgang. Da fragt sich doch, ob die Credit Suisse mit ihrer Heraufstufung nur wenige Tage vor der Jahresergebnisveröffentlichung vom Donnerstag eventuell etwas ahnt?

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