Pharma-Schwergewichte stützen den SMI

Der Schweizer Aktienmarkt hat das Geschäft am Dienstag nach dem verlängerten Weihnachtswochenende freundlich aufgenommen und tendiert in einem impulslosen Handel etwas fester.
27.12.2016 12:44
«I Love»-Tram vor dem Hauptsitz von Novartis in Basel.
«I Love»-Tram vor dem Hauptsitz von Novartis in Basel.
Bild: Bloomberg

Unterstützung erhält der Leitindex SMI bis am Mittag weiterhin von den beiden Pharma-Schwergewichten Novartis und Roche oder aber auch von der Grossbank UBS. Der Handel verläuft jedoch in äusserst ruhigen Bahnen und der SMI bewegt sich seit Börsenstart in einer engen Bandbreite von lediglich gut zehn Punkten.

Die Aktivitäten im Aktienhandel dürften sich Händlern zufolge bis zum Jahreswechsel weiterhin auf bescheidenem Niveau bewegen. Schliesslich hätten die meisten Anleger ihre Bücher bereits in der vergangenen Woche geschlossen und sich in die Feiertage verabschiedet. Die Blicke richten sich nun auf das neue Jahr 2017, wo mit den Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wichtige politische Einflussfaktoren auf die Anlegergemeinde warten. Am Berichtstag könnten allenfalls am Nachmittag noch der Case Shiller Hauspreisindex oder das Konsumentenvertrauen aus den USA noch für Bewegung sorgen.

Bis um 12.00 Uhr legt der Swiss Market Index (SMI) 0,25% auf 8'253,19 Stellen zu und liegt damit im Vergleich zum Schlusskurs des Vorjahres um gut 550 Stellen im Hintertreffen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,20% auf 1'302,75 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,29% auf 8'990,73 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Plus, 6 im Minus sowie ABB und Schindler unverändert.

Galenica gesucht

Nach wie vor stehen Galenica (+2,8%) bei den Blue Chips an der Spitze. Einem Zeitungsbericht zufolge soll die geplante Aufspaltung in einen Pharma- und Logistik/Apotheken-Teil bereits im ersten Quartal 2017 über die Bühne gehen. Und in Sachen Refinanzierung der Relypsa-Übernahme benötige die Gruppe wohl kein frisches Kapital, hiess es. Gleichzeitig setzt die Grossaktionärin Sprint den angekündigten Verkauf ihrer Galenica-Papiere fort. Der Anteil werde demnächst weiter in den Bereich von 11% absinken, so die Zeitung.

Mit den heutigen Avancen kann Galenica nur einen kleinen Teil der angehäuften Jahresverluste eindämmen, die Titel büssten seit Anfang 2016 rund einen Viertel ihres Werts ein. Zu den grössten Jahresverlierern zählen auch die Papiere der Credit Suisse, die mit dem derzeit kleinen Minus von 0,3% in den letzten zwölf Monaten um 26% abgesackt sind. Zuletzt hatte die teure Einigung mit den US-Justizbehörden im Hypothekenstreit belastet. Immerhin sei damit noch vor dem Jahreswechsel ein grosser Unsicherheitsfaktor weggefallen, meinen Händler.

Gleichzeitig bleibt die Rettung der italienischen Monte dei Paschi im Bankensektor ein Thema. Diese könnte den italienischen Staat teurer zu stehen kommen als bislang angenommen. Davon wenig beeindruckt gewinnen UBS 0,7% dazu. Am Berichtstag sind zudem die Schwergewichte Novartis (+0,7%) und Roche (+0,5%) weit vorne in der Tabelle zu finden, während Nestlé um 0,1% zulegen. Gefragt sind auch Lonza (+1,0%) oder die Papiere des Backwaren-Konzerns Aryzta (+0,8%).

Weiterhin im Blick behalten die Anleger die Aktien von Actelion (-1,5% auf 219,10 CHF). Das Baselbieter Biotech-Unternehmen hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die zuvor abgebrochenen Gespräche mit dem akquisitionswilligen US-Konzern Johnson&Johnson wieder aufgenommen wurden. Dies gab den Titeln neuen Schub und liess sie am Donnerstag auf einen neuen Rekordwert von 232,60 CHF steigen. Im Jahresvergleich nehmen Actelion mit einem Plus von 57% - trotz den derzeitigen Abgaben - immer noch unangefochten die Spitzenposition ein.

Im breiten Markt steigen Helvetia leicht um 0,1% an. Die Gruppe hat in Italien die restlichen 47% des Nichtleben-Versicherers Chiara Assicurazioni übernommen und gleichzeitig die bestehenden Vertriebsabkommen mit italienischen Banken langfristig gesichert, was an der Börse allerdings unaufgeregt aufgenommen wird.

Derweil beschloss der Immobilienentwickler Orascom Development den Rückzug von der ägyptischen Börse, was der Aktie (+10%) Schub verleiht. Mit dem Rückzug der Egyptian Depositary Receipts (EDR), soll die Streuung und die Liquidität der Aktien an der SIX Swiss Exchange erhöht werden, hiess es. Newron büssen 4,5% ein. Das Pharmaunternehmen hat Dennis Dionne auf Anfang 2017 als Vice President Commercial Affairs in das Senior Management Team des Unternehmens berufen.

(AWP)