Pharmakonzern - Roche-Genusschein gibt anfängliche Gewinne wieder her

Roche hat nach einem guten ersten Quartal seine Prognosen erhöht. Analysten loben die Entwicklung der älteren, aber auch der neu zugelassenen Mittel. Der Roche-Genussschein gibt dennnoch anfängliche Gewinne wieder her.
17.04.2019 10:36
Roche-CEO Severin Schwan.
Roche-CEO Severin Schwan.
Bild: ZVG

Gegen 10.30 Uhr verlieren die Genussscheine von Roche 0,2 Prozent. Zum Handelsstart waren sie noch um annähernd 2 Prozent gestiegen. Der Leitindex SMI zeigt sich zeitgleich unverändert.

Wie Roche am Mittwoch mitteilte, belief sich der Umsatz für die ersten drei Monaten 2019 auf 14,8 Milliarden Franken, ein Plus von 9 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen betrug die Zunahme 8 Prozent. Von AWP befragte Analysten hatten im Schnitt mit 14,3 Milliarden gerechnet, wobei die höchste Schätzung bei 14,5 Milliarden lag. 

Dabei hat Roche hat in den ersten drei Monaten vor allem mit seinem Pharmageschäft gut abgeschnitten. "Alle wichtigen Wachstumspräparate entwickelten sich deutlich besser als erwartet", schreibt Vontobel-Analyst Stefan Schneider in einem Kommentar. Das Immuntherapeutikum Tecentriq habe von kürzlich genehmigten neuen Indikationen profitiert und auch das Krebsmittel Perjeta sei stärker gewachsen als erwartet.

Wie es in Expertenkreisen weiter heisst, verkauften sich auch die beiden von Nachahmerpräparaten bedrohten Krebsmedikamente Rituxan und Herceptin besser als erwartet. Auch der Absatz mit dem dritten Schlüsselmedikament Avastin kommt gut an. Analysten loben insbesondere das kräftige Umsatzplus der jüngeren Präparate wie Ocrevus oder Hemlibra. Diese verkauften sich in den ersten drei Monaten ebenfalls überraschend gut.

Ziele für weiteren Jahresverlauf erhöht

Für den weiteren Jahressverlauf erhöht Roche seine Ziele. So stellt das Management zu konstanten Wechselkursen ein Verkaufswachstum neu im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Bislang hatte Roche hier eine Spanne von einem tiefen bis mittleren Wachstum angegeben. Beim Kerngewinn je Titel wird  weiter ein Wachstum angestrebt, das weitgehend dem Verkaufsplus entsprechen soll. Damit ist letztlich auch die Gewinnprognose erhöht. Zudem ist Roche bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken weiter zu erhöhen.

Mit der erhöhten Prognose hat Roche für eine positive Überraschung gesorgt. Denn die meisten Experten hatten nicht mit einem solchen Schritt gerechnet. Die Analysten werten dies als ein Zeichen von Zuversicht. Zudem sei es für Roche eher ungewöhnlich, schon so früh im Jahr die Erwartungen anzupassen. Bei Bryan Garnier schreibt Analyst Eric Le Berrigaud, Roche habe im ersten Quartal ein Feuerwerk gezündet. Auch Le Berrigaud betont, dass es nur wenige Jahre gab, in denen Roche bereits so früh seine Ziele erhöht hat.

Dass der Roche-Genussschein trotz der positiven Resultate trotzdem im Minus notiert, überrascht etwas. Unter den Expertenerwartungen entwickelte sich einzig der Bereich Diagnostics, der für weniger als 20 Prozent des Gruppenumsatzes verantwortlich ist. Möglicherweise ist Roche auch einfach ein Opfer einer generellen Sektorenrotation: Experten sprechen davon, dass Umschichtungen zu Lasten der europäischen Pharmawerten stattfinden. So gibt etwa Novartis im heutigen Handel mit minus 1,9 Prozent noch viel deutlicher nach.

Die Bank Vontobel empfiehlt zum Kauf des Roche-Genusscheins mit einem Kursziel bei 302 Franken (aktueller Kurs: 269 Franken). Die Zürcher Kantonalbank hingegen hat den Valor auf "Marktgewichten" eingestuft.

(AWP/cash)

Ausgewählte Produkte auf Roche GS

Symbol Typ Coupon PDF
MBLTJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 10.40% PDF
MCFUJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 8.80% PDF
MCFRJB Autocallable Multi Barrier Reverse Convertible 8.60% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär