Pharmawerte belasten Schweizer Börse

Kursverluste der schwergewichtigen Pharmawerte haben am Mittwoch die Schweizer Börse in die Verlustzone gedrückt. Die Kursausschläge insgesamt hielten sich laut Händlern aber in Grenzen.
12.10.2016 18:02
Lasten auf dem SMI: Die Pharmatitel von Roche und Novartis.
Lasten auf dem SMI: Die Pharmatitel von Roche und Novartis.
Bild: Bloomberg

Nach dem enttäuschenden Start in die US-Bilanzsaison und vor der Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten US-Notenbanksitzung nach Börsenschluss in Europa hätten sich die Anleger eher zurückgehalten. Der SMI notierte mit 8069 Punkten um 0,8 Prozent schwächer. Am Dienstag hatte der Leitindex bereits 0,5 Prozent verloren.

Nach dem als enttäuschend taxierten Auftakt der US-Bilanzsaison wollten die Anleger erst weitere Ergebnisse abwarten. Der Aluminium-Konzern Alcoa hatte am Dienstag schlechter als erwartete Zahlen vorgelegt.

Die Marktteilnehmer legten derzeit viel Gewicht auf die anstehende US-Präsidentschaftswahl und die mögliche Zinserhöhung im Dezember. "Das beschäftigt die Anleger mehr als die Ergebnisse vom vergangenen Quartal", sagte ein Händler.

US-Zahlen im Fokus

Als nächste US-Grossfirmen werden die Banken Citigroup, JP Morgan und Wells Fargo am Freitag ihre Zwischenberichte veröffentlichen. Bis dahin dürfte die Kursrichtung der Bankaktien weiter massgeblich von der Entwicklung bei der Deutschen Bank beeinflusst werden, sagte ein Börsianer. Die Papiere des Schweizer Marktführers UBS verloren 0,3 Prozent und die Aktien von Rivale Credit Suisse schwächten sich um 1,1 Prozent ab. Die Assekuranzwerte zogen meist an. Zurich scherten aus dem Branchentrend aus und bröckelten um 0,5 Prozent ab.

An der Spitze der Gewinner im Leitindex standen die Aktien von Syngenta. Die Aktien des vor der Übernahme durch ChemChina stehenden Pflanzenschutzmittelherstellers erholten sich von den Abgaben der vergangenen Tage und gewannen 1,1 Prozent.

Richemont folgten mit einem Kursgewinn von 0,6 Prozent. Swatch gingen knapp gehalten aus dem Handel. Am Dienstag hatte das unerwartet gute Ergebnis des französischen Weltkonzerns LVMH. die Aktien der beiden Luxusgüterfirmen kräftig angeschoben. In Hongkong stiegen die Anteile des Mailänder Modekonzerns Prada um fast sieben Prozent. "Die Branche wittert Morgenluft", sagte ein Händler.

Am anderen Ende der Rangliste standen Aktien aus dem Gesundheitsbereich. Actelion büssten 2,2 Prozent ein, Novartis und Roche jeweils rund 1,5 Prozent. Damit war der Indexrückgang um rund 67 Zähler zu einem grossen Teil den Gesundheitswerten geschuldet. Zum Rückgang des SMI trugen aber auch die um 0,7 Prozent tieferen und schwergewichtigen Nestle-Aktien bei.

Clinton schadet dem Pharmasektor

Händler sagten, der Pharmasektor leide weiter darunter, dass die Demokratin Hillary Clinton in der Wählergunst vor ihrem Rivalen Donald Trump liege. Clinton habe sich den Kampf gegen hohe Gesundheitskosten auf die Fahne geschrieben. "Das könnte die Gewinne im Pharmasektor unter Druck bringen", sagte ein Händler.

Roche leide zudem unter Spekulationen, dass der Pharmariese nach dem Kurseinbruch der Illumina-Aktien wieder an dem auf Gensequenzierung spezialisierten Unternehmen interessiert sein könnte. Roche wollte Illumina 2012 übernehmen, brach dann die Transaktion aber wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen wieder ab. Die Illumina-Aktie war nach einer Gewinnwarnung am Dienstag um ein Viertel eingebrochen.

Bei den zyklischen Firmen gingen die Anteile des Personalvermittlers Adecco um 0,3 Prozent fester aus dem Handel. Der Elektrotechnikkonzern ABB, der Zementriese LafargeHolcim und die Sanitärtechnikfirma Geberit schwächten sich dagegen ab.

Am breiten Markt rückten die Aktien der arg gebeutelten Aktien von Leonteq um 0,1 Prozent vor. Die Neue Helvetische Bank habe die Anteile der Derivat-Boutique in ihr Musterportfolio aufgenommen, sagte ein Händler.

Die volatilen Aktien von Meyer Burger sanken um 3,5 Prozent. Die Aktien von AMS büssten im Sog der Probleme, die der koreanische Elektronikkonzern Samsung mit dem Smartphone "Galaxy Note 7" hat, um drei Prozent ein.

Die Papiere des Milchverarbeiters Hochdorf setzten den Aufwärtstrend bei guten Umsätzen fort.

(Reuters)