Pharmawerte belasten SMI - Anleger warten ab

Kursverluste der Pharma-Schwergewichte haben die Schweizer Börse am Donnerstag belastet. Zudem trauten sich die Anleger vor dem Treffen wichtiger Notenbank-Vertreter nicht aus der Deckung.
25.08.2016 17:40
Die Aktien der Credit Suisse stehen am Donnerstag an der SMI-Spitze.
Die Aktien der Credit Suisse stehen am Donnerstag an der SMI-Spitze.
Bild: cash

"Die Stimmung ist zwar gut, aber die Anleger sind vorsichtig", sagte ein Händler. Daher bröckelten die Kurse ab. Der SMI sank um 0,7 Prozent auf 8141 Punkte. Am Mittwoch hatte der Leitindex unverändert geschlossen.

Bei der Zentralbank-Konferenz in Jackson Hole in Wyoming steht die Zinspolitik der US-Notenbank im Fokus. In der Vergangenheit diente die hochkarätige Tagung am Rande der Rocky Mountains Notenbankchefs häufig als Forum, um den Märkten Signale über den weiteren geldpolitischen Kurs zu geben. Fed-Chefin Yellen will am Freitag eine mit Spannung erwartete Rede halten.

Pharmawerte unter Druck

Europaweit standen die Pharmawerte unter Druck. Der Branchenindex fiel um 1,7 Prozent. Händler verwiesen auf den Einbruch des wichtigen Nasdaq-Biotechindex am Vortag. Ausgelöst wurde die Verkaufswelle von Kritik der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton am US-Unternehmen Mylan wegen dessen Preispolitik. Sie setzt sich im Wahlkampf dafür ein, Medikamentenpreise zu senken. "Und jetzt befürchten die Anleger, dass die Margen der Branche stärker schwinden könnten", sagte ein Händler. Die Novartis-Aktien sackten 1,5 Prozent ab und die Roche-Genussscheine fielen um 1,3 Prozent. Biotech-Wert Actelion büsste 0,5 Prozent ein.

Der unerwartet starke Rückgang des deutschen Ifo-Index und der neuerliche Bestellungsrückgang in der Schweizer Industrie machten sich laut Händlern mit tieferen Kursen bei den zyklischen Werten bemerkbar. Der Ifo-Index sank im August um 2,1 Punkte und der Auftragseingang der Schweizer Industrie schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent. Im ersten Quartal hatte das Minus 2,3 Prozent betragen.

Die Kursabschläge blieben meist unter einem Prozent. ABB sanken um 0,2 Prozent und Adecco gaben 0,4 Prozent nach. LafargeHolcim und Swatch ermässigten sich um 0,5 und 1,7 Prozent. Richemont notierten 0,3 Prozent tiefer. Syngenta legten leicht zu. Der US-Regierungsausschuss zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen (CFIUS) gab jüngst grünes Licht für die Übernahme des Agrarchemiekonzerns durch den chinesische Chemieriesen ChemChina.

Bei den Bankaktien waren UBS um 0,3 Prozent schwächer und Credit Suisse lagen 0,3 Prozent im Plus. Die Versicherungswerte Swiss Re und Zurich verloren 0,7 und 0,9 Prozent. Swiss Life büssten 0,7 Prozent ein.

Im breiten Markt überraschten mehrere Firmen mit positiven Zwischenberichten. Die Anteile der Vakuumventile-Firma VAT, des Telekomkonzerns Sunrise sowie der Immobiliengesellschaften SPS und Intershop zogen zum Teil kräftig an. Dagegen büssten die Aktien des Medienkonzerns Tamedia und des Kunststoffherstellers Gurit Terrain ein. "Bei Firmen, die positiv überrascht haben, sollte man durchaus auch einmal einen Teil der Kursgewinne einstreichen", sagte ein Händler. Gurit hat dieses Jahr mehr als einen Drittel an Wert gewonnen.

Die Aktien des Pharmazulieferers Bachem gaben am Tag vor dem Halbjahresbericht leicht nach. Der Titel war an den Vortagen nach einer Kaufempfehlung der Zürcher Kantonalbank kräftig gestiegen. Auch die Titel des Stromkonzerns Alpiq und des GPS-Chip-Herstellers u-blox büssten einen Tag vor der Veröffentlichung der Zwischenbilanz Terrain ein.

(Reuters)