Pharmawerte führen Schweizer Börse an - Actelion im Fokus

Kursgewinne der schwergewichtigen Pharmawerte haben am Dienstag die Schweizer Börse nach oben geführt.
27.12.2016 16:30
Beruhigungspillen für die Anleger: dIe Pharma-Aktien steigen am Dienstag.
Beruhigungspillen für die Anleger: dIe Pharma-Aktien steigen am Dienstag.
Bild: Bloomberg

Das Geschäft verlief am ersten Tag der verkürzten Altjahreswoche aber laut Händlern ruhig und die Umsätze waren gering. In London blieb die Börse geschlossen und viele Marktteilnehmer verbrachten die letzten Handelstage im zu Ende gehenden Jahr in den Ferien. "Es war nicht viel los", sagte ein Händler. Bereits vor Weihnachten waren die Umsätze merklich geschrumpft. "Wir sehen viele Zufallskurse", sagte ein anderer Börsianer.

Der SMI stieg 0,3 Prozent auf 8259 Punkte und notierte zeitweise auf dem höchsten Stand seit gut drei Monaten.

Für zusätzlichen Schub sorgten im späteren Handel der höhere Ölpreis und besser als erwartete US-Konjunkturzahlen. "Sollte zudem der Dow Jones die bisher noch nie erreichte, psychologische Hürde von 20.000 Punkten knacken, könnte dies wohl auch so etwas wie der Startschuss für eine Jahresendrallye sein", sagte ein Händler. Aktuell notiert der US-Leitindex um 0,2 Prozent höher auf 19.975 Zählern.

Actelion im Fokus

Die Anleger richteten den Fokus weiterhin auf Actelion. Gewinnmitnahmen drückten die Aktien des Übernahmeziels, die in den vergangenen Wochen rund 30 Prozent gestiegen sind, um 0,5 Prozent. Europas grösste Biotechnologiefirma befindet sich in exklusiven Gesprächen mit dem US-Konzern Johnson & Johnson über eine Form der Zusammenarbeit. Der amerikanische Milliardär und Hedgefondsmanager Dan Och hat gemäss einer Pflichtmitteilung über mehrere Fonds einen Anteil von 3,177 Prozent aufgebaut.

Als Stützen des Marktes erwiesen sich die schwergewichtigen Pharmariesen Novartis und Roche mit einem Kursgewinn von 0,3 und 0,6 Prozent. Die Anteile des Lebensmittelgiganten Nestle stiegen um 0,2 Prozent.

Uneinheitlich waren die Bankaktien. UBS rückten um 0,6 Prozent vor. Credit Suisse ermässigten sich dagegen um 0,5 Prozent. CS bezahlt im Gegenzug für die Beilegung des US-Hypothekenstreits 5,3 Milliarden Dollar an Busse und Entschädigung. Die Aktie hatte am Freitag fast ein Prozent nachgegeben.

Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär gewannen 0,2 Prozent und die von Konkurrent Vontobel rückten um 0,4 Prozent vor. Dagegen neigten EFG International leicht zur Schwäche. Die Titel der Versicherungen tendierten mehrheitlich freundlich.

Bei den Anteilen zyklischer Firmen setzte sich ebenfalls ein festerer Trend durch. Die Kursausschläge hielten sich aber meist in Grenzen. ABB, Syngenta und Geberit waren leicht höher. Swatch ermässigten sich leicht. Lonza, LafargeHolcim und Richemont verbuchten Terraingewinne von rund einem Prozent.

Orascom mit Kurssrpung

Am breiten Markt stachen die Aktien von Orascom mit einem Kursgewinn von 7,4 Prozent heraus. Der Verwaltungsrat des Bau- und Tourismuskonzerns hat die freiwillige Dekotierung sämtlicher Egyptian Depositary Receipts der Gesellschaft von der Egyptian Exchange beschlossen.

Galenica stiegen um 1,8 Prozent. Der Arzneimittelhersteller und Apothekenbelieferer will mit der geplanten Aufteilung der Gruppe vorwärtsmachen. Gemäss einem Bericht der "SonntagsZeitung" werde Galenica im ersten Quartal 2017 den Namen Vifor Pharma annehmen und wenige Wochen später das Apothekengeschäft unter dem Namen Galenica Santé separat an die Börse zu bringen.

Evolva schossen um 11 Prozent nach oben. Die Aktie befindet sich in einem Aufwärtstrend. Das US-Patentamt hat dem Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen ein Patent für den Süssstoff Stevia erteilt

Santhera konsolidierten den Kurssprung vom Freitag, als die Aktie um fast ein Fünftel gestiegen war, nachdem die britische Arzneimittelbehörde MHRA das Medikament Raxone zur Behandlung von Muskelschwund (DMD) als "vielversprechendes innovatives Arzneimittel" eingestuft hat. Der Status ist eine Voraussetzung dafür, dass DMD-Patienten in Grossbritannien den Zugang zu noch nicht zugelassenen Präparaten erhalten. 

(Reuters)