Pharmawerte lasten auf dem SMI

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag nach einem richtungslosen Handelsstart in die Verlustzone abgerutscht.
18.03.2016 12:50
Roche in Rotkreuz: Die Pharmatitel lasten am Freitag auf dem SMI.
Roche in Rotkreuz: Die Pharmatitel lasten am Freitag auf dem SMI.
Bild: ZVG

Der Leitindex SMI verliert damit weiter an Wert und geht auf die Marke von 7'800 Punkte zu. Für den Kursrückgang an der Schweizer Börse zeichnen am "Hexensabbat", dem grossen Verfallstag an der Terminbörse, vor allem die beiden Pharmaschwergewichte Roche und Novartis verantwortlich. Aber auch die mittlerweile rückläufigen Ölpreise dürften auf die Stimmung drücken.

Das Börsenumfeld sei nach den jüngsten Kursschwankungen weiterhin von Unsicherheit und Zurückhaltung geprägt, heisst es im Handel. Zudem fehle es im Anschluss an die intensive Phase mit Zentralbanksitzungen an frischen Impulsen. Nachdem der Fed-Offenmarktausschusses in den USA am Mittwoch vorerst auf eine weitere Zinserhöhung verzichtet hatte, hielt am (gestrigen) Donnerstag auch die Schweizerischen Nationalbank an ihrer Geldpolitik fest. Am Nachmittag rücken dann die Angaben der Uni Michigan zum US-Konsumentenvertrauen in den Fokus.

SMI rutscht ab

Bis um 11.55 Uhr büsst der Swiss Market Index (SMI) 0,41% auf 7'829,55 Punkte ein und liegt seit Ende vergangener Woche damit mit rund 70 Punkten im Minus. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt am Berichtstag um 0,29% auf 1'209,45 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,35% auf 8'319,30 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln liegen 16 im Minus, 13 im Plus und Adecco tendieren unverändert.

Bei den Blue Chips prägen nach wie vor die Schwergewichte das Bild: Die Pharmawerte Novartis (-1,4%) und Roche (-1,5%) haben die Abgaben aus dem frühen Geschäft ausgeweitet und belasten den SMI nun umgerechnet mit insgesamt 44 Punkten. Demgegenüber halten Nestlé mit einem Plus von 0,5% bzw. 9 Indexpunkten dagegen.

Die stärksten Einbussen gehen allerdings auf das Konto von Actelion (-3,3%). Unter erhöhtem Abgabedruck stehen zudem Givaudan (-1,3%), Sika (-1,9%) oder Lonza (-1,1%). Bei den Finanzaktien verlieren Versicherer wie Swiss Re (-0,8%) oder Zurich Insurance (-0,9%) an Wert wogegen die Grossbanken UBS (+1,4%) und Credit Suisse (+1,0%) zulegen. Die Bank Berenberg hat die Titel des Rückversicherers Swiss Re mit einer "Kauf"-Empfehlung in ihr Rating-Universum aufgenommen. Der Rückversicherer werde in Sachen Preisdruck mit zunehmendem Gegenwind zu kämpfen haben, glaubt der Berenberg-Analyst.

Unter Druck stehen nach wie vor Geberit (-0,5%), deren Rating HSBC auf "Hold" von bislang "Buy" zurückgenommen hat. Geberit habe das Geschäftsjahr 2015 solid abgeschlossen und die fundamentalen Trends für 2016 verbesserten sich, schreibt der Analyst. Allerdings sei das Kurspotenzial nach dem jüngsten Kursrally limitiert.

Nur noch leicht im Plus stehen die volatilen Transocean (+0,2%). Ab April werden die Titel von der Schweizer Börse dekotiert und nur noch in den USA gehandelt. Der heutige Freitag ist der letzte Tag für Transocean im Leitindex SMI. Den frei werdenden Platz nehmen am Montag die Valoren des Lebensversicherers Swiss Life (+0,1%) ein. Der Wechsel ist jedoch seit geraumer Zeit bekannt.

Am meisten gewinnen Aryzta (+1,9%) dazu. Richemont steigen um 0,7%. Der Luxusgüterkonzern hat angekündigt, dass Bernard Fornas Ende Monat als Co-CEO zurücktreten wird. Damit trete einer der wichtigsten Richemont-Architekten aus der Geschäftsleitung ab, meinen Analysten. Der altersbedingte Wechsel habe sich jedoch abgezeichnet.

Sunrise gefragt

Im breiten Markt klettern Sunrise mit 5,8% auf 68,20 CHF stark in die Höhe. Das Telekomunternehmen erhält die deutsche Freenet als neue Hauptaktionärin. Freenet bezahlt für das 23,8%-schwere Aktienpaket an CVC Capital Partners je Aktie 72,95 CHF. Auch wenn es bereits Spekulationen über eine Platzierung des Aktienpakets gegeben habe, sei es etwas früher als erwartet zum Verkauf gekommen, was er als positives Zeichen werte, so ein Analyst.

Auf der Gegenseite brechen SHL (-14%) nach Publikation erster Zahlen zum Geschäftsjahr 2015 ein. Der Telemedizin-Anbieter ist von Abschreibungen belastet in die roten Zahlen gerutscht und dürfte auch im laufenden Jahr unter der Neubewertung deutscher Verträge leiden.

U-blox büssen 5,9% ein. Der Halbleiterhersteller hat Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert und die eigene Guidance-Bandbreite erreicht, lag allerdings leicht hinter den hohen Markterwartungen zurück.

(AWP)