Pharmawerte schieben die Schweizer Börse an

Die Schweizer Börse notiert zum Wochenschluss fester. Im Blickpunkt der Marktteilnehmer stehen die Aktien von Actelion, die nach einem Bericht über ein Kaufinteresse des US-Konzerns Johnson & Johnson massiv anziehen.
25.11.2016 10:30
Wird Actelion von Johnson & Johnson umworben (im Bild eine Medizinlaborantin des Biotechunternehmens)?
Wird Actelion von Johnson & Johnson umworben (im Bild eine Medizinlaborantin des Biotechunternehmens)?
Bild: ZVG

Der SMI steigt bis 10.30 Uhr um 0,8 Prozent auf 7862 Punkte. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,6 Prozent gewonnen.

Am Tag nach dem US-Feiertag Thanksgiving dürften sich die Händler auf Spezialsituationen konzentrieren. Am Donnerstag war die Wall Street geschlossen und am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt. Viele Anleger dürften daher eine Brücke in ein langes Wochenende schlagen. "In den USA dürften sich die Leute ins Weihnachtsgeschäft stürzten", sagt ein Händler. Der Tag nach dem Erntedankfest ist der umsatzstärkste des US-Detailhandels. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft. Daher könnten am Nachmittag die US-Detailhandelsumsätze noch für Bewegung sorgen.

Die Aktien von Actelion schiessen wegen neu aufgeflammter Übernahmespekulationen um 10 Prozent in die Höhe. Johnson & Johnson ist einem Medienbericht zufolge an der Biotechnologiefirma interessiert. Der in New Jersey ansässige Pharma- und Konsumgüterkonzern sei bereits an Actelion herangetreten, berichtete die Agentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Verhandlungen befänden sich noch in einem frühen Stadium. Actelion lehnte einen Kommentar ab, J&J war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Es sei durchaus möglich, dass an den Gerüchten etwas dran sei, schreibt ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger. Es sei aber schwierig, das Management, das sich bisher stets gegen eine Übernahme gewehrt habe, zu überzeugen. "Unfreundliche Übernahmen sind im Pharmabereich nicht erfolgversprechend, da vor allem menschliches Know-how eingekauft wird."

Meyer Burger nach Führungswechsel gesucht

Ebenfalls stark gefragt sind die Anteile von Meyer Burger, die nach einem überraschenden Führungswechsel um 7,9 Prozent anziehen. Die Aktie sind seit 10 Uhr vom Handel ausgesetzt. Der frühere Oerlikon-Manager Hans Brändle übernimmt Anfang 2017 als CEO die operative Leitung des in einer Finanzrestrukturierung steckenden Solarausrüsters. Der bisherige Chef Peter Pauli werde dem Unternehmen als Berater und zur Betreuung wichtiger Kunden weiterhin zur Verfügung stehen. Am heutigen Freitag entscheiden die Obligationäre auf einer Versammlung über einen ersten Schritt der Refinanzierung der Firma.

Stützen des Marktes sind die beiden Pharmariesen Novartis und Roche, die um rund 1 Prozent gewinnen. Die Aktien von Nestlé, einem weiteren Schwergewicht, rücken um 1,6 Prozent vor.

Dagegen schwächen sich die Anteile der Banken mehrheitlich ab. Credit Suisse sinken um 0,5 Prozent und UBS sind gehalten. Bei den leicht schwächeren Versicherungen stechen Helvetia mit einem Kursgewinn von 2,2 Prozent heraus. Goldman Sachs empfiehlt den Titel neu zum Kauf.

Mehrheitlich tiefer sind die Papiere zyklischer Firmen: ABB, Lafarge-Holcim und Geberit geben 0,3 bis 1,1 Prozent nach. Etwas höher notieren die Anteile des Personalvermittlers Adecco und des Uhrenherstellers Swatch.

Am breiten Markt legen die Titel von Sulzer 3,4 Prozent zu. Baader Helvea hat den Anlagenbauer auf "Buy" von "Hold" hochgestuft.

(Reuters/cash)