Pharmawerte und Nestle belasten Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht nachgegeben. Nach der dem jüngsten Anstieg lege der Markt eine Pause ein, sagten Händler.
10.08.2016 17:30
Laden von Swatch im Pekinger Stadtteil Qianmen: Die Aktien des Uhrenherstellers waren am Mittwoch erneut gesucht.
Laden von Swatch im Pekinger Stadtteil Qianmen: Die Aktien des Uhrenherstellers waren am Mittwoch erneut gesucht.
Bild: cash

"Wir sind auf einem recht hohen Niveau", erklärte ein Börsianer. Auch andere Börsenplätze konsolidierten. Der SMI notierte mit 8209 Punkten um 0,3 Prozent tiefer. Am Dienstag war der Leitindex um 0,7 Prozent gestiegen.

Der SMI sei wieder in die Widerstandszone 8200/50 Zähler vorgestossen. "Hier sind wir allerdings schon mehr als einmal abgeprallt", sagte ein Händler. Um den Ausbruch zu schaffen, seien kräftige Impulse nötig. Diese fehlen momentan trotz der laufenden Bilanzsaison. An den Finanzmärkten stark beachtete Konjunkturzahlen stehen erst am Donnerstag wieder auf dem Programm: In den USA wird die wöchentliche Statistik für Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.

Vor allem der Kursabschlag von 1,1 Prozent des Pharma-Schwergewichts Novartis belastete den SMI. "Unter Ausklammerung von Novartis stünden wir leicht im Plus", sagte ein Händler. Mit Roche und Nestle lagen zwei weitere Index-Schwergewichte leicht in der Verlustzone. "Die Anleger bevorzugen risikoreichere Papiere", sagte ein Händler. "Zykliker und einzelne arg geprügelte Finanzaktien sind gefragt."

Swatch mit Kurssprung

Gefragt waren auch andere konjunkturzyklische Werte. Die Aktien des Uhren-Weltmarktführers Swatch zogen 3,8 Prozent an. Händler sprachen von Deckungskäufen. Auch die Anteile des Luxusgüterkonzern Richemont legten 2,4 Prozent zu. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB rückten 0,8 Prozent vor.

Die Titel der Sanitärtechnik-Firma Geberit stiegen um 0,6 Prozent auf 393,10 Franken. Der Broker KeplerCheuvreux erhöhte das Kursziel auf 430 von 400 Franken und empfiehlt Geberit weiter zum Kauf.

Bei den Finanzwerten griffen die Anleger zu den Aktien der Credit Suisse - sie zogen 1,7 Prozent an. Die Titel des Lebensversicherers Swiss Life und des Versicherers Zurich Insurance wurden am Tag vor den Halbjahresberichten um 0,6 und 0,5 Prozent höher gehandelt. UBS dagegen gaben 0,1 Prozent nach.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von EFG International um 0,7 Prozent. Bei der künftigen Tochter BSI, die in den Geldwäsche-Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB verwickelt ist, zogen die Kunden im zweiten Quartal Vermögen von 6,3 Milliarden Franken ab.

Die Titel von Dätwyler sanken um 1,4 Prozent. Der Industriezulieferer übernimmt das auf Werkzeugbau und die Produktion von Spritzgussteilen spezialisierte deutsche Unternehmen Ott mit 200 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 33 Millionen Franken zu einem ungenannten Kaufpreis.

Die Evolva-Aktien schlossen unverändert. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusatzstoffen setzt seine Kooperation mit der US-Marine bei der Entwicklung neuartiger Verbundmaterialien fort.

Bei den Aktien von Interroll strichen Anleger Gewinne ein. Die Titel des Logistik-Ausrüsters sackte 7,7 Prozent ab, nachdem sie am Vortag ein Rekordhoch erreicht hatten.

(Reuters)