Pharmawerte ziehen SMI weiter ins Minus

Die Schweizer Börse hat die Talfahrt der Vortage am Freitag fortgesetzt. Unter Druck standen vor allem die Papiere aus der Gesundheitsbranche.
18.03.2016 18:04
SIX-Schilder am Gebäude der Schweizer Börse in Zürich.
SIX-Schilder am Gebäude der Schweizer Börse in Zürich.
Bild: c

Händler verwiesen auf die schwache Entwicklung der Branche an der Wall Street am Vortag. Der SMI schloss um 0,6 Prozent tiefer mit 7814 Punkten. Vor einer Woche stand der Blue chip-Index noch bei 7998 Zählern.

Der dreifache Verfall, der Hexensabbat, verlief in eher ruhigen Bahnen. "Es scheint, als ob die Marktteilnehmer ihre Positionen bereits in den vergangenen Tagen bezogen haben, um von den Notenbanken nicht auf dem falschen Fuss erwischt zu werden", sagte ein Händler. Im Handelsverlauf verfielen Optionen sowie Futures-Kontrakte auf Aktien und Indizes. Beim Verfall kommt es oft zu heftigen Kursausschlägen und hohen Umsätzen, wenn Marktteilnehmer versuchen, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. "Verfallstage haben eigene Gesetze", sagte ein Börsianer.

Unter Druck standen die Anteile der als wenig krisenanfällig geltenden Gesundheitswerte. Novartis fielen um 1,4 Prozent und Roche sackten um 1,9 Prozent ab. Die Aktien des Pharmazulieferers Lonza sanken 1,1 Prozent und die Titel der Biotechnologiefirma Actelion sausten um 5,5 Prozent in die Tiefe. Der US-Pharmaindex war am Vortag um drei Prozent gefallen. Kleinere Schweizer Branchenvertreter wie Cassiopea, Cosmo und Santhera vollzogen im Handelsverlauf eine Kehrtwende und legten zu.

Die ebenfalls als defensiv beurteilten Titel des Lebensmittelkonzerns Nestle und des Telekomkonzerns Swisscom verzeichneten leichte Einbussen.

Sunrise gefragt

Stark gefragt waren die Anteile des Swisscom-Konkurrenten Sunrise. Die Aktien kletterten um 6,1 Prozent. CVC Capital Partners verkauft seine Sunrise-Beteiligung von 23,8 Prozent für 714 Millionen Euro an den deutschen Mobilfunkanbieter Freenet. Händler sagten, damit falle die Unsicherheit weg, was mit dem CVC-Paket geschehe. Dass sich der Finanzinvestor von den Aktien trennt, war zu erwarten. "Nun werden die Papiere nicht kursbelastend über die Börse abgebaut, sondern bei einem Mitbewerber fest platziert. Das ist positiv", sagte ein Händler.

Die Aktien der Banken, die am Vortag den Markt belastet hatten, setzten zu einer Erholung an: Credit Suisse stiegen um 2,4 Prozent und UBS legten 1,6 Prozent zu. UBS-Konzernchef Sergio Ermotti verdiente im vergangenen Jahr mit 14,3 Millionen Franken mehr als 2014.

Die Anteile der Versicherungen notierten etwas tiefer. Zurich schwächten sich um 0,4 Prozent ab.

Bei den Anteilen zyklischer Firmen etablierte sich kein klarer Trend. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB rückten 0,2 Prozent vor. Die Käufer spekulierten darauf, dass Grossaktionär Cevian den Druck auf ABB erhöhen könnte. Cevian hält mehr als fünf Prozent an ABB und soll einem Medienbericht zufolge auf eine teilweise oder vollständige Abspaltung des Energiegeschäfts drängen.

Auch die beiden Luxusgüterwerte Richemont und Swatch zogen an. Richemont-Co-Chef Bernard Fornas tritt Ende März ab. Die Aktien des Bauzulieferers Geberit und des Personalvermittlers Adecco gingen dagegen tiefer aus dem Handel.

Am breiten Markt setzten die Aktien von Aryzta ihre Erholung fort und stiegen um zwei Prozent. Die Titel waren nach der Veröffentlichung der Bilanz und einem grösseren Aktienverkauf des Konzernchefs unter Druck geraten.

Die Titel des Logistikunternehmens Interroll stiegen nach einem guten Jahresabschlusses um 5,9 Prozent.

Die Aktien von U-blox sackten sechs Prozent ab. Der Spezialchip-Hersteller verfehlte mit seinem Ergebnis die Erwartungen und äusserte sich zurückhaltend zu den weiteren Aussichten. Händler bezeichneten die Einbussen als übertrieben.

(Reuters)