Phoenix Mecano: Analystenerwartungen deutlich verpasst

Der Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano hat im dritten Quartal 2016 den konsolidierten Bruttoumsatz gesteigert. Der Gewinn hingegen war rückläufig.
26.10.2016 07:56
Ein Betriebsgebäude von Phoenix Mecano.
Ein Betriebsgebäude von Phoenix Mecano.
Bild: iNg

Der konsolidierte Bruttoumsatz wurde um 2,0 Prozent auf 142,1 Millionen Euro und der Auftragseingang um 9,7 Prozent auf 143,1 Mio gesteigert. Der EBIT ging dagegen um 21 Prozent auf 8,3 Mio Euro und die entsprechende Marge um 220 Basispunkte auf 8,3 Prozent zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Der Reingewinn reduzierte sich gar um über einen Viertel auf 5,5 Mio.

Mit den Zahlen hat Phoenix Mecano die Vorgaben der Analysten klar verpasst. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 147 Mio Euro, für den EBIT bei 10,6 Mio und für den Reingewinn bei 7,6 Mio Euro.

Kumuliert auf neun Monate ergab sich seit Jahresbeginn ein Umsatzplus um 3,2 Prozent auf 434,5 Mio Euro, wobei das Wachstum unter Ausklammerung der Effekte aus Veränderungen im Konsolidierungskreis bei 1,5 Prozent lag. Bereinigt um die negativen Währungseffekte ergab sich ein Plus von 5,0 Prozent. Der Auftragseingang erhöhte sich um 0,6 Prozent auf 432,6 Mio, die Book-to-bill-Ratio kam damit auf 99,6 Prozent zu liegen.

Herausforderndes Marktumfeld

Der Betriebsgewinn EBIT verbesserte sich um 7,1 Prozent auf 28,9 Mio Euro und die EBIT-Marge um 20 Basispunkte auf 6,6 Prozent. Der Reingewinn wiederum zog um 9,1 Prozent auf 19,2 Mio Euro an.

Das Marktumfeld habe sich dabei "durchaus herausfordernd" gezeigt. In Euroopa habe sich der seit Jahresanfang zu beobachtende Seitwärtstrend weiter fortgesetzt, während in Asien "attraktive" Zuwachsraten zu verzeichnen gewesen seien. Die Region Amerika habe dagegen weiterhin unter der Investitionszurückhaltung im Energiesektor gelitten. Auch der Offshoringtrend von USA in Richtung Asien bei der Sparte Mechanische Komponenten habe sich fortgesetzt. Es sei aber gelungen, die betroffenen Volumina durch die starke Marktpräsenz in China innerhalb der Gruppe zu kompensieren.

Die aktuellen geopolitischen Unsicherheiten seien in den Sommermonaten nicht ohne Auswirkung auf die für Phoenix Mecano wichtigen Märkte für industrielle Investitionsgüter geblieben, heisst es weiter. Die Investitionszurückhaltung im Zusammenhang mit dem Brexit-Votum, die anstehenden US-Wahlen, die zuletzt wieder verschärfte Krise in Syrien mit den Auswirkungen auch auf das Verhältnis des Westens mit Russland sowie die fortbestehende Wachstumsschwäche des Industriesektors in China erforderten "höchste Anstrengungen", um das für die Entwicklung der Gruppe wichtige Wachstum auch in Zukunft sicherstellen zu können.

Erhöhte Zukunftsinvestitionen

Man konzentriere sich deshalb neben der intensiven Bearbeitung der angestammten Märkte darauf, neue Potentiale mit guten Zukunftsaussichten für die Gruppe zu erschliessen.

Für die Sparte Mechanische Komponenten seien dies die Märkte für elektrisch verstellbare Komfort- und Pflegemöbel einschliesslich der Entwicklung neuer elektronischer Features für ein verbessertes Konsumentenerlebnis. In der Sparte ELCOM/EMS gilt das Augenmerk dem Ausbau des Produkteprogramms für Messwandler verschiedenster Leistungsklassen, die ein zentrales Element der Anpassung von Stromnetzen zur Bewältigung der Herausforderungen des Energiewandels bilden. Und die Sparte Gehäusetechnik konzentriere sich auf die Erweiterung des Gehäuseprogramms mit Schwerpunkten bei explosionsgeschützten sowie wartungs- und ergonomieoptimierten Produkten.

Diese Initiativen würden weiterhin grosse Anstrengungen und erhöhte Zukunftsinvestitionen bedingen. Deshalb präzisiert das Unternehmen die bisherige Prognose für das Gesamtjahr 2016 leicht nach unten. Es sei mit einem Betriebsergebnis "am unteren Rand" der bisher genannten Zielspanne von 34 bis 40 Mio Euro zu rechnen.

(AWP)