Pizzakette - Vapiano-CEO sieht seine Firma auf gutem Weg

Frisch vor dem Kunden zubereite Pizzen und Pasta-Gerichte sind das Markenzeichen der Restaurantkette Vapiano. Das Unternehmen sieht sich auf gutem Weg zu seinem Ziel, im Jahr 2020 mit 330 Filialen profitabel zu arbeiten.
10.12.2017 06:56
Vapiano: Deutsche Restaurantkette, italienisch geprägt.
Vapiano: Deutsche Restaurantkette, italienisch geprägt.
Bild: ZVG

Für die weitere Zukunft kann sich Firmenchef Jochen Halfmann noch mehr vorstellen. "Wir haben noch keine verbindliche Aussage zu China und den USA getroffen, aber in unseren Kernmärkten Europa sowie den Regionen Mittlerer Osten und Südamerika liegt das Marktpotential langfristig bei 800 bis 900 Restaurant", sagte Halfmann im Interview mit Bloomberg News. "Das heisst, wir haben auch nach 2020 noch einige Jahre starken Wachstums vor uns."

Die 2002 in Hamburg von Gregor Gerlach mitgegründete Restaurantkette ging im Juni an die Börse. Damals bekamen Anleger die Papiere für 23 Euro zugeteilt, am Mittwoch schloss die Vapiano-Aktie mit 22,20 Euro 3,5 Prozent darunter. Damit wird das Unternehmen an der Börse mit rund 530 Millionen Euro bewertet. Der Streubesitz liegt derzeit bei knapp 30 Prozent.

Gerlach hält Vapiano zufolge nach dem Börsengang noch 18,8 Prozent. Mayfair, die Vermögensverwaltung der ehemaligen Tchibo-Eigentümer Günter Herz und Daniela Herz-Schnoeckel, ist grösster Aktionär mit 38,5 Prozent, so das Unternehmen. Dem Wella-Erben Hans-Joachim Sander gehören demnach 12,9 Prozent.

Dieses Jahr will Vapiano insgesamt 27 oder 28 neue Restaurants eröffnen. Dann wäre das Unternehmen an 205 oder 206 Standorten weltweit vertreten. Weitere drei Restaurants in London, Miami und Doha befinden sich im Bau und sollen Anfang 2018, eines vielleicht sogar noch dieses Jahr, eröffnen.

Übernahmen sind kein Thema

Für nächstes Jahr plant der Vorstand zusätzlich zu den drei genannten Restaurants weitere 30 bis 35 Neueröffnungen. Halfmann: "Übernahmen bestehender Restaurantketten sind für uns kein Thema. Wir wollen lieber organisch wachsen und allenfalls auf Joint-Ventures und Franchise zur Erschliessung weiterer Märkte setzen"

Viel Hoffnung setzt Halfmann auf die weitere Optimierung des Betriebs mittels vereinfachter Prozesse und Rezepturen. Halfmann: "Das sind oft kleine Schritte, die in der Summe aber einen grossen Effizienzgewinn bringen" Als Beispiele nennt er Rezepturvereinfachungen, Anzeige der Rezepturen auf Monitoren mit Bildern statt der bisher eher unübersichtlichen Excel-Listen oder den Einsatz von farbigen Schäufelchen zur besseren Dosierung der ZutatenAuch der Ausbau des Take-Away-Geschäfts steht im Fokus. Bis Jahresende sollen hier rund 35 Prozent der Restaurants dabei sein, 2018 will Vapiano das Angebot auf 75 Prozent der Filialen erweitern.

Halfmann: "Mit den Erlösen aus dem Börsengang ist unsere Expansion auf geplant 330 Restaurants in 2020 sichergestellt. Sollten wir einen weiteren Expansionspfad zum Beispiel mit dem Mini-Vapiano-Konzept erschliessen, kann sich das ändern und Vorstand und Aufsichtsrat werden die aktuelle Finanzierungssitutation neu bewerten.” Aktuell testet das Unternehmen zwei Mini-Vapianos in Ingolstadt und in der Wiener Shopping City Süd. Halfmann: "Beide liegen deutlich über unseren Erwartungen". Ein drittes Mini-Vapiano soll im März in Chicago eröffnen. Halfmann: "Gerade für den amerikanischen Markt ist das Mini-Vapiano ein hochinteressantes Konzept. Wir bewerten die Ergebnisse der Mini-Vapiano-Tests final Anfang kommenden Jahres, im Augenblick sind diese ausserordentlich vielversprechend."

(Bloomberg)