Politische Hürden - JP Morgan sieht in Zukunft weniger Megadeals

Grosse grenzüberschreitende Transaktionen, die den Fusions- und Übernahmeboom in den vergangenen fünf Jahren angeheizt haben, werden in Zukunft wegen Handelskriegen und regulatorischer Risiken schwieriger werden.
11.09.2018 19:56
Stand von J.P. Morgan an der Finanzmesse Sibos 2016 in Genf.
Stand von J.P. Morgan an der Finanzmesse Sibos 2016 in Genf.
Bild: cash

"Grössere Deals sind immer schwieriger durchzubekommen, da regulatorische Hürden und lang anhaltende Handelskriege zunehmen", sagte David Lomer, Co-Leiter M&A für Europa, den Nahen Osten und Afrika bei JP Morgan.

Während Käufer aus Asien ihre Aufmerksamkeit von den USA abziehen, "ist EMEA das Epizentrum von grenzüberschreitenden M&A geworden", sagte Lomer am Rande der European High Yield & Leveraged Finance Conference von JPMorgan in London. Die heimische Konsolidierung treibe auch M&A in Europa an, sagte er.

Unternehmen kündigten in der ersten Hälfte des Jahres 2018 laut den von Bloomberg zusammengestellten Daten Transaktionen in Höhe von 2,1 Billionen US-Dollar an. Damit steuert 2018 darauf zu, das Rekordvolumen aus dem Jahr 2007 von 4,1 Billionen US-Dollar zu übertreffen. Zu den Mega-Transaktionen gehörten unter anderem der Kauf von Shire Plc durch Takeda Pharmaceutical Co. für 62 Milliarden Dollar und die Übernahme von Sprint Corp. durch T-Mobile US Inc für 26,5 Milliarden US-Dollar, wobei beide von JPMorgan beraten wurden.

Die Ausgaben für Deals in Europa liegen in diesem Jahr um rund 25 Prozent über dem Vorjahreswert, wozu grosse Übernahmen wie der Kauf von Innogy SE durch EON SE und die feindliche Übernahme des britischen Luft- und Raumfahrtunternehmens GKN Plc durch Melrose Industries Plc beigetragen haben.

(Bloomberg)