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«Portugal ist ein heisser Aktienmarkt»

Schweizer Anleger sollen ihren Fokus vorerst nicht mehr auf den heimischen Markt legen, sagt Quilvest-Anlagechef Matthias Jenzer. Im cash-Börsen-Talk nennt er die interessantesten Börsenplätze.
15.11.2013 01:00
Von Pascal Meisser
Matthias Jenzer, Anlagechef von Quilvest, im Börsen-Talk.
Bild: cash

Für Anleger war in den letzten Monaten an der Schweizer Börse nicht mehr viel Rendite zu holen. Seit Mitte Juli hat der SMI gerade mal noch knapp 4 Prozent hinzugewonnen. Ganz anders ging es im gleichen Zeitabschnitt an verschiedenen europäischen Börsen ab. In den europäischen Peripherieländern Spanien, Italien und Portugal legten die Hauptindizes zwischen 12 und 21 Prozent zu. 

"Europa bleibt das grosse Anlegerthema für die kommenden Monate", sagt Matthias Jenzer im cash-Börsen-Talk. Und das werde sich zwangsläufig negativ auf die Schweizer Börse auswirken. "Wenn man sieht, was in Ländern wie Portugal und Spanien zuletzt abgelaufen ist, dann ist mit Sicherheit einiges an Geld aus dem Schweizer Markt abgezogen worden", sagt der Anlagechef der Zürcher Finanzboutique Quilvest. 

Für ihn ist vor allem Portugal wieder ein heisses Thema geworden. Doch grundsätzlich ist er für alle drei europäischen Krisenländer positiv gestimmt. "Alles, was Peripherie ist, muss man haben", so sein kurzes Fazit. 

Japans Börse wird wieder an Fahrt gewinnen

Ein anderer Markt, den Anleger wieder ins Auge fassen sollten, ist aus Sicht Jenzers die japanische Börse. "Die Bank of Japan ist dort die Macht, welche die Aktienmärkte treibt. Der extreme geldpolitische Stimulus wird bis 2015 anhalten", so der Anlagechef von Quilvest. In diesem Umfeld müsse die Börse durchs Dach - "nicht in den nächsten Wochen, aber wohl in den kommenden ein bis eineinhalb Jahren", sagt Jenzer. Er selber hat in den letzten Monaten "massiv Positionen aufgestockt", wie er im Börsen-Talk sagt.  

Bereits vor einem Jahr hatte der Nikkei eine Kursrakete gezündet. Bis Mitte dieses Jahres kletterte der japanische Leitindex um knapp 80 Prozent auf 16'000 Punkte. Nach einer deutlichen Korrektur im Sommer nähert sich der Nikkei nun wieder den Jahreshöchstwerten. 

Kein Thema mehr für ihn ist hingegen Gold. Noch vor im April dieses Jahres hatte sich Jenzer im cash-Börsen-Talk optimistisch für das Edelmetall gezeigt. "Seither haben sich aber die Rahmenbedingungen deutlich geändert", sagt Jenzer. Auf den Zinsanstieg in den letzten Monaten hatte der Goldpreis mit einem 20-Prozent-Kurssturz harsch reagiert. Quilvest hat sich deshalb aus Goldanlagen verabschiedet. 

"Wir haben Gold in Aktien umgeschichtet, und das hat sich ausgezahlt", sagt Jenzer. Auch mittelfristig sieht der Anlageprofi aus fundamentaler Sicht keinen Grund zum Kauf von Gold. "Die Inflation bleibt aus, die Zinsen werden weiter ansteigen, und die Zentralbanken haben die systemischen Risiken aus dem Markt genommen", so Jenzer. Damit würden nun genau jene Argumente fehlen, die Gold vor zwei Jahren den Sprung auf das Allzeithoch bei 1900 Dollar je Feinunze ermöglicht hätten.

Im cash-Börsen-Talk erzählt Jenzer zudem von seiner China-Reise und sagt, wo auch dieses Land ausserordentlich gute Investmentchancen bietet.