Privatbank warnt bei Aktien vor Rückschlägen

Immer mehr Banken warnen vor zunehmenden Rückschlagsrisiken an den Börsen. Richtiger Pessimismus will aber dennoch nicht ausbrechen.
18.02.2015 08:13
Von Lorenz Burkhalter
Nach der Credit Suisse ist auch J. Safra Sarasin etwas vorsichtiger, was die Aktienmärkte angeht.
Nach der Credit Suisse ist auch J. Safra Sarasin etwas vorsichtiger, was die Aktienmärkte angeht.
Bild: ZVG

Aktienstrategen sind sich einig: Aus Anlegersicht gibt es an Aktien kein Vorbeikommen. Dennoch treffen in diesen Tagen erstmals auch vorsichtigere Einschätzungen ein. Den Anfang machte vergangene Woche der Chefstratege der Credit Suisse. Er zeigte sich zwar weiterhin zuversichtlich für die Börsen, riet der Anlagekundschaft jedoch zu einer Reduktion der Aktienquote (siehe Artikel vom 11. Februar).

In dieselbe Kerbe schlägt eine Strategiestudie aus dem Hause J. Safra Sarasin. Darin warnt der Verfasser vor zunehmenden Rückschlagsrisiken. Er formuliert seine Empfehlung vorsichtiger, schreibt er doch, dass sich kurzfristig eine Aktienquotenreduktion in den Portfolios lohnen könnte.

Mindestens zwei Gefahrenherde

Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Geldmenge zu erhöhen, habe den Optimismus an den Aktienmärkten angeheizt. Entsprechend seien die weltweiten Aktienmärkte gestiegen, so der Stratege. Getrieben von der EZB hätten vor allem Eurolandaktien stark zugelegt. Diese würden sich nun auf historischen Höchstständen befinden.

Viel diskutiert werde zur Zeit über die Finanzierung von Griechenland. Bei J. Safra Sarasin wird nicht ausgeschlossen, dass die Konsequenzen gescheiterter Verhandlungen zwischen dem südeuropäischen Land und der Eurozone ein Austritt Griechenlands und temporäre Marktturbulenzen sein könnten.

Dem Strategen zufolge könnte ein kurzfristiger Rückschlag auch durch die Entwicklung der Konjunktur in den USA ausgelöst werden. Denn die über die letzten Jahre so robuste US-Konjunktur habe in den vergangenen Monaten an Fahrt verloren, was auch durch die sinkenden Unternehmensgewinne unterstrichen werde.

Rückschläge sind Einstiegsgelegenheiten

Nach wie vor gebe es keine Alternativen zu Aktien. Dennoch könnten Aktien kurzfristig unter Druck geraten, wodurch sich eine Reduktion der Aktienquote lohnen könnte. Der Stratege erachtet Rückschläge von mehr als 10 Prozent allerdings als Kaufgelegenheit oder um eine gute Gelegenheit, um Positionen zu erhöhen. Er setzt weiterhin auf Qualitätsaktien von Unternehmen mit einer attraktiven Ausschüttungspolitik. Das Risiko einer längerdauernden Baisse an den Aktienmärkten hält er aufgrund der nach wie vor expansiven Zentralbanken für begrenzt.

Eine von Überzeugung geprägte Warnung vor einem unmittelbar bevorstehenden Rückschlag an den Aktienmärkten sieht aber anders aus. Ähnlich liest sich auch die vergangene Woche von der Credit Suisse veröffentlichte Aktienstrategie.