Private Equity - Partners Group erhöht die Dividende kräftig - Aktie steigt

Der Vermögensverwalter Partners Group hat im Geschäftsjahr 2016 Ertrag und Gewinn erneut gesteigert. Nun wird die Dividende deutlich erhöht. Experten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf.
21.03.2017 09:30
Partners Group ist spezialisiert auf ausserbörsliche Beteiligungen.
Partners Group ist spezialisiert auf ausserbörsliche Beteiligungen.
Bild: cash

Der Vermögensverwalter Partners Group ist weiter auf Erfolgskurs. So hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 Ertrag und Gewinn erneut deutlich gesteigert. Aufgrund des guten Geschäftsjahres wird die Dividende kräftig angehoben.

Unter dem Strich resultierte somit ein rekordhoher Reingewinn von 558 Mio CHF. Dies entspricht einem Anstieg um 41% im Jahresvergleich. Die Aktionäre sollen eine 43% höhere Dividende von 15,00 CHF erhalten, nach 10,50 CHF im Vorjahr.

Die Aktie von Partners Group steigt an der SIX im frühen Handel am Dienstag um 6 Prozent. In den letzten 12 Monaten hat der Titel 43 Prozent zugelegt. Die Kurssteigerung seit dem Börsenstiefstand im März 2009 beträgt sogar satte 776 Prozent. 

"Wir sind nicht bloss ein Unternehmen mit Finanzwachstum, sondern auch eines mit Dividendenwachstum", sagte Verwaltungsratspräsident Peter Wuffli an einer Medien- und Analystenoriertierung in Zürich. Die Dividendenrendite von Partners Group beträgt nach der Dividendenerhöhung rund 3 Prozent. 

Das Jahresresultat von Partners Group kommt bei Experten gut an. "Wir kennen keinen anderen Finanzdienstleister, der auf einem derart stabilen Wachstumspfad unterwegs ist", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar.  Mit einem KGV von 22 für 2018 sei die Aktie angesichts des verlässlichen Gewinnwachstums zwar kein Schnäppchen mehr, "aber auch noch nicht überteuert." Mangels wachstumsträchtiger Alternativen in diesem Sektor dürfte die Aktie auch weiterhin den breiten Schweizer Markt hinter sich lassen, so die ZKB, welche die Aktie mit "Übergewichten" einstuft.

Wachstum von Privatmarktportfolios

Die Erträge erhöhten sich aufgrund des Anstiegs der Performance Fees sowie des weiteren Wachstums der Einnahmen durch Management Fees um 57% auf 973 Mio CHF, wie der Spezialist für Private Equity am Dienstag mitteilte. Die Management Fees stiegen zusammen mit den durchschnittlich verwalteten Vermögen um 22% auf 679 Mio. Die Performance Fees kletterten derweil auf 294 Mio nach 64 Mio im Vorjahr; sie machten damit rund 30% der Einnahmen aus (2015: 10%).

"Das starke Wachstum der Performance Fees wurde mehrheitlich von reiferen Privatmarktportfolios generiert, die über einen Zeitraum von sechs bis neun Jahren hinweg sehr solide Renditen erwirtschafteten", sagte CO-CEO André Frei. Langfristig würden Management Fees - mit einem erwarteten Anteil von 70-80% an den Einnahmen - ein zentraler Bestandteil des Geschäfts bleiben, heisst es weiter.

Der Betriebsgewinn (EBITDA) nahm unter anderem aufgrund des starken Anstiegs der Performance Fees um 63% auf 601 Mio CHF zu. Die EBITDA-Marge wiederum erhöhte sich hauptsächlich infolge von Währungseffekten auf 62% von 59%. Sie liege damit moderat über dem Ziel von rund 60%. Mit Blick nach vorne heisst es, unter Annahme stabiler Wechselkurse bleibe das EBITDA-Margenziel weiterhin bei rund 60% bestehen - sowohl für das Neugeschäft als auch für Performance Fees auf bestehende und neue verwaltete Vermögen.

Erwartungen übertroffen

Mit den Resultaten hat der Vermögensverwalter die Markterwartungen übertroffen. Von AWP befragte Analysten hatten durchschnittlich Erträge in Höhe von 909 Mio CHF erwartet. Den EBITDA hatten sie auf 548 Mio und den Nettogewinn auf 508 Mio CHF geschätzt. Die Prognose für die Dividende hatte auf 14,07 CHF gelautet.

Wie bereits seit Januar bekannt, sind die verwalteten Vermögen (AuM) im Jahr 2016 um 18% auf 54,2 Mrd EUR gestiegen. Zu dem Wachstum beigetragen hatte ein Zufluss an Kundengeldern von brutto 9,2 Mrd EUR, nach 8,4 Mrd im Vorjahr. Insgesamt tätigten die Investment-Teams der Partners Group im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von 11,7 Mrd USD, nach 9,7 Mrd USD 2015.

Die Kundennachfrage 2016 sei über verschiedene Anlageklassen, Regionen, Grösse und Art von Investoren breit diversifiziert gewesen, heisst es weiter. Öffentlich- und privatrechtliche Pensionskassen seien wichtige Treiber des Wachstums gewesen und machten den Grossteil der Neugelder aus. Darüber hinaus kam die Nachfrage von anderen institutionellen Anlegern wie Versicherungen, Staatsfonds, Stiftungen sowie Vertriebspartnern der Partners Group.

Ausblick bestätigt

Für das laufende Jahr erwartet Partners Group, dass die Nachfrage für Investitionsprogramme und individualisierte Mandate in sämtlichen Anlageklassen, Regionen und für sämtliche Arten von Investoren weiter Bestand haben wird. Das Unternehmen bestätigt die erwartete Bandbreite für Kundennachfragen von 8 bis 10 Mrd EUR für 2017.

Zudem rechnet es mit Tail-Down-Effekten aus reiferen Programmen sowie möglichen Kapitalabflüssen in Höhe von -3 Mrd bis -4 Mrd EUR. Wenn ein Privatmarktprogramm ausläuft, reduzieren sich die Zahlungszusagen schrittweise, was als Tail-Down-Effekt bezeichnet wird.

(cash/AWP)