Prognose: SMI verliert bis Jahresende 10 Prozent

Eine Schweizer Privatbank prophezeit dem Swiss Market Index bis Ende Jahr einen deutlichen Rückgang. Aber danach könnte die Post so richtig abgehen.
12.03.2013 14:44
Von Daniel Hügli
Das Gebäude der Bank Sarasin in Basel.

Der Schweizer Leitindex SMI wird das Jahr unter 7'000 Punkte beenden. An dieser Prognose hält das Research der Bank Sarasin in einer Studie fest, die am Dienstag verschickt wurde. Die Prognose entspricht einem Rückgang von mindestens 10 Prozent vom derzeitigen Niveau.

"An diesem Basis-Szenario, welches auf einer Wachstumsverlangsamung in der zweiten Jahreshälfte gründet, halten wir fest. Auch für die übrigen Aktienmärkte sehen wir gegen Ende Jahr wieder tiefere Kurse", schreibt Sarasin-Chefstratege Philipp Bärtschi in der Studie.

Nachdem jedoch der Dow Jones Industrials ein neues Rekordhoch erreicht habe und der Dax nahe daran sei, fragen sich die Analysten, wie es mit dem mittelfristigen Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte stehe und was passieren müsste, damit der SMI in den nächsten Jahren ein neues Rekordhoch erreichen würde.

Die Autoren der Studie mit dem Titel "SMI bei 10'000 Punkten?" kommen dabei zum Schluss, dass es an den Aktienmärkten sowohl auf kurz- wie mittelfristige Sicht kaum zu einer Stagnation kommen werde. "Im kurz- bis mittelfristigen Zeithorizont sind sowohl ein sogenanntes Meltup-Szenario wie auch ein alternatives, durch politische Fehlentscheidungen getriebenes Meltdown- Szenario wahrscheinlicher als ein mehrjähriger Seitwärtstrend".

SMI bei 10'000 in zwei Jahren

Die zuletzt weltweit gefällten geld- und fiskalpolitischen Massnahmen, die sich in einer finanzielle Repression ausdrückten, machten ein MeltUp-Szenario allerdings wahrscheinlicher. In diesem Szenario würde der SMI-Index die
10‘000-er Marke in zwei Jahren knacken und der S&P 500 Index würde auf über 2000 Punkte steigen, so die Autoren.

Aus Bewertungssicht läge das KGV im 2015 immer noch unter 20 und wäre mit der Phase von 1996 bis 1999 vergleichbar, kommt die Studie zum Schluss. Auf eine solche Aktienblase würde dann allerdings in den Folgejahren wieder ein Melt-Down mit erheblichen Kursrückschlägen folgen.

"Im Melt-Up-Szenario besteht für die Aktienmärkte auch nach der jüngsten Rallye noch ein Potenzial von über 30 Prozent", schreibt die Bank Sarasin weiter.