Prognoseinstrument - Zinswende-Tracker erlebt kräftigen Rückschlag

Im September und Oktober hatte ein Zinswende-Tracker jeweils neue Allzeithochs markiert. Im November fiel er allerings deutlich zurück.
18.11.2018 08:44
Trader arbeiten in der Börse von Frankfurt.
Trader arbeiten in der Börse von Frankfurt.
Bild: Bloomberg

Im November konnte der Indikator, der seit Januar 2015 von der Privatbank Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG berechnet wird,  nicht mehr an diese Entwicklung anschliessen und fiel auf +17 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vormonat gab er 20 Prozentpunkte ab.

"Aufgrund von im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangenen Staatsanleihenrenditen ist unser Composite-Indikator im November leicht gefallen und liegt nunmehr unterhalb des im Oktober erreichten Allzeithochs.", schrieben die Analysten Philipp Jäger und Helge Schunck. Die Analysten betonen zugleich, dass der Indikator zum vierten Mal in Folge im positiven Bereich geblieben ist. Dementsprechend bleibt der Trend zu steigenden Zinsen bestehen.

Neben dem Renditerückgang der Staatsanleihen hat der Rückgang der Renditen für Unternehmens- und Bankanleihen ebenfalls einen Beitrag geleistet. So ist die Staatsanleihe- Subkomponente im Vergleich zum Vormonat von 22 auf 4 Prozent gefallen und diejenige für Unternehmens- und Bankanleihen um 3 Prozentpunkte, was zusammen den geringen Gesamtwert für November verursacht hat. Die beiden übrigen Komponenten blieben dagegen stabil.

Das Fixed Income Research von Berenberg berechnet basierend auf einer Auswahl von 65 verschiedenen Zinsmassen insgesamt 260 Zinssignale für steigende bzw. fallende Zinsen. Nach dieser Ermittelung werden die Zinssignale zumeist nach BIP-Anteilen gewichtet und zu einem Composite-Indikator zusammengefügt. Die Werte dieses Indikators bewegen sich zwischen -100% (alle Zinssignale zeigen fallende Zinsen an) und +100% (alle Zinssignale zeigen steigende Zinsen an).

Von Bloomberg befragte Analysten erwarten die 2-jährigen (deutschen) Bundrenditen Ende 2019 bei -0,10% und 10-jährigen bei 0,96% sowie Ende 2020 bei 0,39% bzw. 1,32%.

(Bloomberg)