Provokation gegen Veraison - Eskaliert nun die Situation bei Comet?

Comet stellt sich stur und will von den Plänen des Grossaktionärs Veraision weiterhin nichts wissen. Das wiederum bringt dem Halbleiterzulieferer Kritik ein. Droht ein Aktionärsaufstand?
14.03.2019 13:44
Von Lorenz Burkhalter
Gregor Greber, Chairman der 2015 von ihm mitgegründeten Veraison Capital in Zürich.
Gregor Greber, Chairman der 2015 von ihm mitgegründeten Veraison Capital in Zürich.
Bild: Nik Hunger

Die schwierige Situation in den Absatzmärkten verunmöglicht es dem Halbleiterzulieferer Comet weiterhin, für das laufende Jahr Gruppenziele zu kommunizieren. Stattdessen gibt das Unternehmen aus Flamatt am frühen Donnerstagmorgen Ziele für die einzelnen Geschäftsbereiche bekannt.

Von diesen Bereichszielen lässt sich gerade bei Plasma Control Technologies auf eine weitere Verschlechterung schliessen. Analysten zeigen sich weniger vom Umstand selber als vielmehr von dessen Ausmass überrascht.

In der Auseinandersetzung mit dem Grossaktionär Veraison über die künftige Besetzung des Verwaltungsrats stellt Comet weiterhin auf Stur. Das Unternehmen lehnt die Zuwahl des vom Vermögensverwalter aufgestellten Kandidaten Heinz Kundert an die Spitze des Verwaltungsrats ab.

Turbulente Generalversammlung erwartet

Damit bleibt Comet auf Konfrontationskurs zum oppositionellen Grossaktionär. Dieser verschafft seinem Unmut über die Haltung des Verwaltungsrats in einer eigenen Medienmitteilung Luft. Die teilweise ablehnende Haltung der Gesellschaft zu den gestellten Anträgen überrasche und zeige die kritische Haltung des Verwaltungsrats gegenüber den eigenen Aktionären auf, so lässt sich der am Donnerstag versendeten Medienmitteilung entnehmen. Eigenen Angaben zufolge hält Veraison etwas mehr als 10 Prozent der Stimmen. Der Vermögensverwalter erhält allerdings Unterstützung von Pictet & Cie. Mit gut 5 Prozent der Stimmen zählt auch die Genfer Privatbank zu den Grossaktionären.

Darf man Beobachtern Glauben schenken, dann könnte Comet am 25. April eine ziemlich turbulente Generalversammlung erwarten. Denn nach mehreren Ergebnisenttäuschungen und Gewinnwarnungen gilt die Stimmung im Aktionariat als "ziemlich aufgeheizt". Wie die Bank Vontobel schreibt, dürfte die diesjährige Generalversammlung darüber entscheiden, wie der zukünftige strategische Kurs des Unternehmens aussehen wird. Die Zürcher Kantonalbank rechnet denn auch mit einer "Kampfwahl".

Erste Banken überdenken ihre Erwartungen

Die davon ausgehende Ungewissheit sowie die Angst vor möglichen Beeinträchtigungen der Geschäftsentwicklung, setzen der Comet-Aktie sichtlich zu. Zur Stunde verliert sie 7,1 Prozent auf 86,60 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 86,10 Franken. Händlern zufolge erweisen sich auch die verhaltenen Bereichsziele nicht gerade als hilfreich.

Mit Vontobel kündigt eine erste Bank eine Reduktion ihrer Umsatz- und Gewinnschätzungen an. Vontobel bekräftigt zwar die Kaufempfehlung für die Comet-Aktie, nimmt gleichzeitig aber das 115 Franken lautende Kursziel in negative Revision.

Ähnliches signalisiert die UBS Investmentbank. Sie zeigt sich überrascht, dass der Halbleiterzulieferer gerade im Bereich Plasma Control Technologies noch einmal mit einer substanziellen Verschlechterung der Geschäftsentwicklung rechnet. Bei der UBS Investmentbank wird die Comet-Aktie mit "Neutral" eingestuft. Das 12-Monats-Kursziel von 96 Franken dürfte reduziert werden.