Publigroupe-CEO: «Weiter tiefe Werbeeinnahmen»

Das wirtschaftliche Umfeld für den Schweizer Werbemarkt bleibe schwierig, sagt Publigroupe-CEO Arndt Groth im cash-Video-Interview. Zudem äussert er sich zur Aktienkursentwicklung der Publigroupe.
08.03.2013 14:22
Von Frédéric Papp
Arndt Groth, CEO Publigroupe.
Bild: cash

Der Zahlenkranz der Werbevermarkterin Publigroupe überzeugte vor allem beim Gewinn. Die beiden Sparten Search & Find sowie Digital Marketing Services sind seit Jahren die Cash Cows der Publigroupe. Der Bereich Media Sales hingegen schrieb einen Verlust von rund 16 Millionen Franken. Im Vorjahr betrug das Minus fünf Millionen Franken. Ein Hauptgrund für den Taucher sind sinkende Werbeeinnahmen im Printgeschäft, eine Besserung ist nicht in Sicht.

"Im Printmarkt werden die Werbeeinnahmen weiter rückläufig sein", sagt Publigroupe-CEO Arndt Groth im cash-Video-Interview. Für 2013 rechnet Groth mit einem Rückgang des Print-Marktes in der Grössenordnung von acht Prozent. "Unsere Zahlen für die ersten zwei Monate zeigen, dass wir genau auf dieser Linie sind", sagt Groth.

Im Vergleich zu Deutschland oder Grossbritannien sei die Schweiz ein printlastiger Markt und generiere relativ geringe Einnahmen aus TV-Werbung. "Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Schweiz ähnlich hohe Volumen erzielen wird", sagt Groth, der seit September 2012 als CEO bei Publigroupe tätig ist.

Kostensenkungen im Fokus

Um das schlingernde Printgeschäft Media Sales in die schwarze Zahlen zu führen, will Publigroupe vor allem auf der Kostenseite Massnahmen ergreifen. So erhofft sich das Unternehmen durch den Einsatz eines neuen IT-Systems ein Sparbeitrag von fünf Millionen Franken in den ersten drei Jahren. Weitere fünf Millionen Franken sollen in den kommenden drei bis fünf Jahren durch die Optimierung von Prozessen eingespart werden. Verantwortlich für die Umsetzung ist der neue Media-Sales-Chef Alain Bandle. Er wurde im Februar ins Boot geholt.

Ob Publigroupe auch beim Personal den Rotstift ansetzen wird, bleibt unklar. "Ich kann zu einem möglichen Personalabbau noch keine Aussagen treffen. Wir beobachten die Situation aber sehr genau", sagt Groth an der Bilanzmedienkonferenz. Derzeit beschäftigt die Media-Sales-Sparte 600 Mitarbeiter in der Schweiz und 350 im Ausland. Rund 80 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Media Sales in der Schweiz.

Cash für Zukäufe nutzen

Das verlustreiche Printgeschäft lastet auf dem Aktienkurs der Publigroupe. Obwohl sich der Titel seit November des letzten Jahres deutlich erholt hat – die Performance liegt bei 25 Prozent – beträgt der Abschlag immer noch gut 20 Prozent. "Wenn der Turnaround bei Media Sales geschafft ist, werden wir den Nachholeffekt bei der Aktie sehen", sagt Groth.

Den Aktionären profitieren von einer deutlichen Anhebung der Dividende. Der Verwaltungsrat plant eine Ausschüttung von 10 Franken gegenüber 6 Franken im Vorjahr. Angesichts des beträchtlichen Barmittelbestandes wäre eine höhere Dividende möglich gewesen. Rund 170 Millionen Franken liegen in den Kassen von Publigroupe.

Das Unternehmen sieht dafür andere Verwendungszwecke: "Wir wollen unsere Position in Zukunftsmärkten stärken und werden noch in diesem Jahr die eine oder andere Akquisition vornehmen", sagt Groth.
 

Im cash-Video-Interview erklärt Arndt Groth, weshalb Publigroupe vorerst an der Stimmrechtsbeschränkung festhalten will und wann mit deren Aufhebung zu rechnen sei.