Quartalszahlen - Novartis mit moderatem Umsatzrückgang

Der Pharmakonzern Novartis hat auch im ersten Quartal 2017 mit zahlreichen Belastungsfaktoren zu kämpfen gehabt. Entsprechend weist das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn einen Rückgang aus.
25.04.2017 07:27
Der Hauptsitz von Novartis in Basel.
Der Hauptsitz von Novartis in Basel.
Bild: Bloomberg

Diese Entwicklung kommt aber nicht ganz unerwartet, das Management hatte Investoren bereits bei der Vorlage der Jahreszahlen auf einen schwächeren Auftakt vorbereitet. Auf Konzernebene bestätigt Novartis den Ausblick für das Gesamtjahr in der Medienmitteilung vom Dienstag.

Der Nettoumsatz beläuft sich in der Berichtswährung US-Dollar auf 11,54 Milliarden Dollar, ein Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich ein Anstieg um 2 Prozent. Hierzu trug die grösste Sparte Innovative Medicines Erlöse in Höhe von 7,69 Milliarden (-/+0 Prozent in Dollar; +2 Prozent kWk).

Das operative Ergebnis beziffert der Pharmakonzern mit 1,92 Milliarden Dollar, ein Rückgang um 22 Prozent (-19 Prozent kWk). Der Reingewinn des fortgeführten Geschäftes nahm um 17 Prozent auf knapp 1,66 Milliarden ab. Das operative Kern-Ergebnis ist im Berichtszeitraum auf 3,01 Milliarden (-8 Prozent; -5 Prozent kWk) abgeschmolzen und der Kern-Reingewinn auf 2,69 Milliarden (-4 Prozent; -1 Prozent kWk). Die "Kern"-Zahlen sind bereinigt um Akquisitions- und weitere bedeutende Sondereffekte.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Novartis die durchschnittlichen Schätzungen der von AWP befragten Analysten zum Teil knapp verfehlt und zum Teil minimal übertroffen. Diese hatten im Schnitt einen Umsatz in Höhe von gut 11,6 Milliarden Dollar erwartet. Beim Kern-EBIT und -Reingewinn lagen sie bei 3,03 Milliarden und 2,62 Milliarden.

"Novartis hat im ersten Quartal erneut eine solide Performance vorzuweisen", wird CEO Joseph Jimenez in der Mitteilung zitiert. Wachstumstreiber wie Cosentyx und Entresto hätten die Einbussen durch Generika (vor allem bei Glivec) mehr als wettmachen können.

Umsatzguidance für innovative Medicines und Sandoz angepasst

Beim Ausblick bestätigt der Konzern zwar die Ziele für die Gruppe, angepasst hat Novartis aber die Umsatz-Guidance für die Divisionen Innovative Medicines und Sandoz. Auf Gruppenebene wird zu konstanten Wechselkursen weiter ein Nettoumsatz weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Das operative Kernergebnis dürfte weitgehend auf Vorjahresniveau liegen oder um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz (kWk) zurückgehen.

Bei der Kernsparte Innovative Medicines wird die Messlatte etwas höher gelegt: So wird neu ein Umsatz weitgehend auf Vorjahresniveau oder aber eine leichte Steigerung erwartet. Bislang sah Novartis den Umsatz 2017 weitgehend auf Vorjahresniveau. Für Sandoz wird aufgrund der Verzögerung bei Glatopa 40mg in den USA der Umsatz neu weitgehend auf Vorjahresniveau gesehen. Bislang wollte die Gruppe hier einen Zuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich erreichen.

Für Alcon wird der Umsatz 2017 weiterhin auf Vorjahresniveau oder aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich höher erwartet. Wie Novartis weiter schreibt, befindet sich der Wachstumsplan von Alcon auf Kurs. Die Division beschleunige weiterhin die Innovation, stärke die Kundenbeziehungen und verbessere die Geschäftsabläufe.

Im Januar 2017 hatte Novartis eine strategische Überprüfung von Alcon angekündigt, in deren Rahmen Optionen zur Maximierung des Shareholder-Value der Division geprüft werden. Über die Ergebnisse werde voraussichtlich gegen Ende 2017 informiert, wiederholt der Konzern die damalige Sprachregelung.

Die Auswirkungen der Wechselkurse schätzt Novartis wie zuvor ein. Demnach rechnet der Konzern mit einem negativen Währungseffekt von 2 Prozent auf den Umsatz beziehungsweise von -3 Prozent auf das operative Kernergebnis des Gesamtjahres.

(AWP)