Raiffeisen macht im ersten Halbjahr weniger Gewinn

Die Raiffeisen-Bankgruppe hat im ersten Halbjahr 2016 weniger Gewinn eingefahren als im Vorjahreszeitraum.
10.08.2016 06:34
Kämpft gegen die Folgen der tiefen Zinsen: Raiffeisen.
Kämpft gegen die Folgen der tiefen Zinsen: Raiffeisen.
Bild: ZVG

Gründe dafür sind die Auswirkungen der volatilen Marktsituation auf das Handelsgeschäft sowie Investitionen. Der Geschäftserfolg sank um 7,7% auf 464 Mio CHF und der Reingewinn um 7,1% auf 367 Mio CHF, wie die Bankengruppe am Mittwoch mitteilte. Derweil stieg der Geschäftsertrag insgesamt um 1,0% auf 1'522 Mio CHF. Im wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, erzielte die Bankengruppe in der ersten Jahreshälfte einen Zuwachs von 1,5%. Die im Vorjahresvergleich stark erhöhten Absicherungskosten hätten durch das Wachstum "problemlos aufgefangen" werden können, heisst es dazu.

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft habe an den Erfolg im Vorjahr angeknüpft und sei um 3,1% gestiegen. Beim Handelsgeschäft (-13%) und bei der Bewertung von Finanzanlagen mussten "aufgrund der ungünstigen Marktsituation" dagegen Einbussen hingenommen werden. Auf der Aufwandseite kam es zu einem Anstieg von 5,4% auf 962 Mio CHF. Die Gruppe spricht hier von der Umsetzung strategischer Initiativen wie Entwicklungsarbeiten am zukünftigen Kernbankensystem und Ausbau der digitalen Kanäle. Dies führte auch zu einem "vorübergehenden Anstieg" der Cost-Income-Ratio auf 63,2%, wie es heisst.

Als besonders robust hätten sich die 270 Genossenschaftsbanken und sechs Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz erwiesen. Sie hätten im Marktvergleich hohe Zuwachsraten im Hypothekargeschäft (+2,2% auf 162,0 Mrd CHF) und bei den Kundeneinlagen (+2,6% auf 154,2 Mrd) erzielt. Insbesondere in den Städten und Agglomerationen, Gebiete in denen Raiffeisen traditionell nicht so stark verwurzelt ist, habe Raiffeisen die Wachstumsziele im Zinsengeschäft übertroffen.

Bezüglich weiterem Ausblick zeigt sich die Gruppe aber eher vorsichtig. Raiffeisen geht davon aus, dass das Langfristzinsniveau nochmals sinken und sich damit der Druck auf die Zinsmarge weiter verschärfen könnte. Ebenfalls sei zu erwarten, dass die Volatilität an den Finanzmärkten anhält, mit potenziell negativen Effekten auf das Kommissions- und Handelsgeschäft.

Auf der Kostenseite sei aufgrund der laufenden Entwicklung am neuen Kernbankensystem keine Entlastung zu erwarten. Raiffeisen geht entsprechend nicht davon aus, das Rekordergebnis des Vorjahres wiederholen zu können. Im Kerngeschäft sei aber weiterhin mit einer guten Volumenentwicklung und einer positiven Entwicklung der Ertragslage zu rechnen.

(AWP)