Redet die SNB den Franken schwächer?

Bisher beschränkten sich die mündlichen Interventionen der Schweizerischen Nationalbank auf den Euro-Mindestkurs. Die Währungshüter dürften ihre Rhetorik jedoch verschärfen.
19.08.2013 08:15
Von Lorenz Burkhalter
Redet die SNB den Franken schwächer?
Bild: cash

Die US-Notenbank macht es schon seit längerer Zeit, die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank ebenfalls und seit Kurzem auch die Bank of England: Alle diese Zentralbanken knüpfen ihre Zins- und Geldpolitik an konkrete wirtschaftliche Ziele. Zuletzt mit dem Ziel, den Finanzmärkten die Angst vor einem zu harschen Richtungswechsel zu nehmen.

Nur die Verantwortlichen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) konnten sich bisher nicht zu einem solchen Schritt durchringen. Den Devisenstrategen der UBS zufolge ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis auch die hiesigen Währungshüter ihre Rhetorik verschärfen und den Franken schwächer reden werden.

Bisher konzentrierten sich die mündlichen Interventionen der SNB auf den vor zwei Jahren in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eingeführten Mindestkurs zur Stützung des Euros. Man liess keinen Zweifel daran, dass der Mindestkurs von 1,20 Franken konsequent und mit allen Mitteln durchgesetzt werde. Eine darüber hinaus gehende Abschwächung des Frankens liess bisher auf sich warten.

Immer mehr Experten rechnen mit einem schwächeren Franken

Die Experten der UBS glauben deshalb, dass die SNB eine neue Runde im Kampf gegen die Frankenstärke einläuten könnte. Die Verantwortlichen könnten ihre Zins- und Geldpolitik ebenfalls an konkrete wirtschaftliche Ziele knüpfen, ihre Rhetorik verschärfen oder die weiteren Möglichkeiten zur Schwächung des Frankens aufzeigen, so heisst es in einem Kommentar.

Bei der Schweizer Grossbank glaubt man deshalb, dass der Euro die bisherigen Jahreshöchststände in der Region von 1,26 bis 1,27 Franken schon bald übertreffen werde.

Mit dieser Meinung stehen die Devisenstrategen der UBS bei weitem nicht alleine da. Erst am Freitag sprachen ihre Berufskollegen von Standard Chartered eine Handelsempfehlung gegen den Franken aus. Die britische Grossbank führt fundamentale Gründe für einen schwächeren Franken an. Und auch die Experten von J. Safra Sarasin, UniCredit und Société Générale rechnen schon in den kommenden Wochen mit einem gegenüber dem Franken festeren Euro und Dollar.