Reisedetailhandel - Dufry steckt tief in den roten Zahlen

Erwartungsgemäss weist der Duty-Free-Konzern Dufry einen hohen Verlust aus. Im Lauf des Jahres sollen sich die Zahlen verbessern.
14.05.2019 07:28
Dufry steckt tief in den roten Zahlen
Bild: ZVG

Der Reise-Detailhändler Dufry hat im ersten Quartal 2019 beim Umsatz weiter zugelegt. Unter dem Strich resultierte erwartungsgemäss ein hoher Verlust, wobei bei den Gewinnzahlen der Vergleich mit dem Vorjahr durch den neuen Rechnungslegungsstandart IFRS 16 erschwert wird. Für das laufende Jahr zeigt sich Dufry zuversichtlich und rechnet mit einer Beschleunigung beim organischen Wachstum.

Die Verkäufe stiegen um 3,4 Prozent auf 1,88 Milliarden Franken. Organisch entspreche dies einem Wachstum von 2,0 Prozent, teilte Dufry am Dienstag mit. Zudem wirkten sich die Währungen mit +1,4 Prozent positiv auf die Umsatzentwicklung aus.

Der Bruttogewinn erhöhte sich um 4,2 Prozent auf 1,36 Milliarden, die entsprechende Marge verbesserte sich um 40 Basispunkte auf 60,3 Prozent. Mit den Zahlen hat Dufry die Erwartungen der Analysten beim Umsatz und Bruttogewinn leicht übertroffen.

Hoher Verlust

Bei den Gewinnzahlen hatten die meisten Experten keine Prognosen gewagt, zumal der Vorjahresvergleich aufgrund der Umstellung zu IFRS 16 erschwert war. Die Umstellung betrifft das Unternehmen sehr stark, zumal unter dem neuen Standard der fixe Teil der Konzessionen kapitalisiert wird.

Den bereinigten operativen Gewinn auf Stufe EBIT beziffert Dufry auf 46 Millionen, bei einer entsprechenden Marge von 2,4 Prozent. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust im saisonal schwächsten Quartal von 109,5 Millionen nach einem Fehlbetrag von 47,5 Millionen in der Vorjahresperiode. Auf bereinigter Basis lag das Reinergebnis bei -8,8 Millionen.

Besser vergleichbar mit dem Vorjahr ist dagegen die Entwicklung bei den Cashflows. So erreichte der operative Cashflow im ersten Quartal 159,3 Millionen nach 164,7 Millionen im Vorjahr. Der Equity-Free-Cash-Flow lag bei -123 Millionen nach -103 Millionen im Vorjahr.

Ausblick zuversichtlich

Bei den Regionen machten dem Unternehmen im wichtigen Markt Südamerika die Währungsturbulenzen in Argentinien und Brasilien schwer zu schaffen. Auf organischer Ebene schrumpfte die Region um 10,8 Prozent. Allerdings hätten sich die Geschäfte in Mexiko und in der Karibik gut entwickelt, heisst es weiter. Dank neuen Konzessionen stieg dagegen der Umsatz in der Region Asien-Pazifik und im Mittleren Osten um 17,3 Prozent an.

In Nordamerika lag das organische Wachstum bei 5,3 Prozent, was Dufry hauptsächlich auf eine gute Entwicklung im "Duty-paid"-Geschäft zurückführt. In der Region Europa und Afrika lag das organische Wachstum bei 2,4 Prozent.

Für das Gesamtjahr zeigt sich Dufry in der Mitteilung zuversichtlich. So habe sich im Monat April das organische Wachstum auf +2,4 Prozent beschleunigt. Konkrete Angaben zum Gesamtjahr werden in der Mitteilung nicht gemacht. Dagegen wurden die Mittelfristziele bestätigt. Demnach will Dufry jährlich organisch um 3 bis 4 Prozent wachsen und dabei einen Equity Free Cash Flow von 350 bis 400 Millionen Franken erzielen.

(AWP)