Rettung von Monte dei Paschi kostet Italien 6,6 Milliarden Euro

Die Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena kostet den italienischen Staat nach Schätzungen der Notenbank rund 6,6 Milliarden Euro.
30.12.2016 09:59
Statue vor dem Hauptsitz der Banca Monte dei Paschi in Siena.
Statue vor dem Hauptsitz der Banca Monte dei Paschi in Siena.
Bild: Bloomberg

Die Banca d'Italia bezifferte am Donnerstagabend erstmals offiziell den Aufwand. 4,6 Milliarden davon müsse der Staat unmittelbar in die Bank einschiessen, zwei Milliarden Euro werde später die Entschädigung der rund 40.000 Privatanleger kosten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Kapitalbedarf der drittgrössten Bank des Landes auf rund 8,8 Milliarden Euro taxiert - mehr als Monte dei Paschi selbst geschätzt hatte. Wie von der EU vorgeschrieben, müssen an der Rettung auch die Anleger beteiligt werden - mit 2,2 Milliarden Euro. Etwa so viel hatte der Tausch von Anleihen in neue Aktien des Instituts gebracht.

Nach italienischen Zeitungsberichten vom Freitag will Monte dei Paschi im nächsten Jahr rund 15 Milliarden Euro Fremdkapital aufnehmen, um wieder flüssig zu sein und das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen. Laut "La Repubblica" sollen Anleihen und Geldmarktpapiere emittiert werden, ein Drittel Kürzläufer, der Rest dreijährige Papiere. Der italienische Staat werde dafür Garantien geben. Die EU-Kommission hatte die Genehmigung für staatliche Liquiditätshilfen für Monte dei Paschi und andere Banken am Donnerstag um sechs Monate gebilligt. Sie stünden im Einklang mit den EU-Regularien, hiess es in der Mitteilung. Die geplante Kapitalspritze für die älteste Bank der Welt muss aber davon getrennt geprüft werden.

Staat entschädigt Kleinanleger

Die EU verlangt, dass Staatshilfen für Banken nicht gegeben werden dürfen, ohne dass zuvor die privaten Gläubiger zur Kasse gebeten werden. Monte dei Paschi hatte diese aufgefordert, ihre Nachranganleihen in neue Aktien zu tauschen - ein Risiko. Dabei kamen 2,3 Milliarden Euro herein. Kleinanleger, denen die Bank massenhaft Anleihen verkauft hatte, sollen aber vom Staat entschädigt werden. Er will ihnen die Aktien wieder abkaufen und dafür erstrangige Anleihen ausgeben.

Die Regierung in Rom hat einen 20 Milliarden Euro schweren Fonds zur Stabilisierung des Bankensektors eingerichtet. Dieser soll zunächst zur Rettung von Monte dei Paschi verwendet werden. Angesichts der Probleme des Bankhauses aus Siena sind Zweifel aufgekommen, ob die Summe noch für andere angeschlagene Häuser reichen wird. Italien hatte die Sanierung der Branche über Jahre verschleppt. So türmte sich ein mehrere hundert Milliarden Euro schwerer Berg fauler Kredite in den Büchern auf. 

(Reuters)