Richemont und Swatch nach schwachen Exportdaten uneinheitlich

Die Aktien der Uhren- und Schmuckhersteller Swatch und Richemont sind nach erneut schwachen Daten zu den Uhrenexporten in einem etwas fester tendierenden Gesamtmarkt mit Kursverlusten in den Handel gestartet.
23.08.2016 11:18
Ein Uhrmacher aus dem Richemont-Konzern arbeitet an einem Uhrwerk.
Ein Uhrmacher aus dem Richemont-Konzern arbeitet an einem Uhrwerk.
Bild: Bloomberg

Die Abgaben halten sich allerdings in Grenzen und Richemont können inzwischen sogar leicht zulegen. Beide Titel bewegen sich nach den Rückgängen der vergangenen Wochen und Monate bereits auf tiefem Niveau.

Bis um 11.10 Uhr steigen Richemont leicht um 0,1% auf 59,45 CHF, während Swatch Inhaber um 0,4% auf 267,80 CHF nachgeben. Der Leitindex SMI steigt um 0,40%. Die Aktien von Richemont und Swatch blicken jedoch auf ein äusserst schwaches Börsenjahr 2016 zurück. Seit Jahresbeginn haben die Richemont-Aktien rund 17% und Swatch gar über 23% verloren. Dabei erreichten letztere Anfang Monat bei 246,20 CHF einen Tiefstwert, den man zuletzt im Oktober 2009 gesehen hatte und Richemont notierten im Juni mit 53,00 CHF so tief wie zuletzt im Sommer 2012.

Export bricht um 14 Prozent ein

Die Schweizer Uhrenexport befinden sich mit dem Rückgang im Juli 2016 um 14,2% weiterhin in einer Abwärtsspirale, heisst es in einem Händlerkommentar. Dabei habe sich die Vorjahresbasis mit einem Minus von 9,3% im Juli 2015 eigentlich bereits auf tiefem Niveau bewegt. Dabei sei vor allem die Nachfrage nach Uhren in den tiefst- und höchstpreisigen Segmenten zurückgegangen.

Die Branche leide unter anderem weiterhin unter den Bemühungen der chinesischen Behörden, die Einfuhren von Luxusgütern zu regulieren, heisst es weiter. Zudem belasteten die Terrorsorgen in Europa das Sentiment, was sich etwa am Rückgang um 28% in Frankreich zeige.

Die Uhrenexporte seien im Juli mit Blick auf die schwächere Vergleichsbasis über Erwarten stark zurückgegangen, meint auch Vontobel-Analyst René Weber. Er hatte lediglich mit einem Rückgang im einstelligen Prozentbereich bei -8% gerechnet.

Asien schwach

Erneut enttäuschend sei dabei die Entwicklung in Hongkong (-33%) ausgefallen, wogegen sich die Lage in China (-6%) etwas stabilisiert habe, so Weber weiter. Derweil seien die USA trotz einer deutlichen Abnahme im Juli (-15%) zum stärksten Absatzmarkt für die Schweizer Uhrenindustrie aufgestiegen und habe Hongkong überholt. Der Rückgang um 11% in Europa komme nicht überraschend, da hier die Uhrenexporte im Vorjahr entgegen dem Trend angestiegen waren.

Im August rechnet Weber mit einem weiteren zweistelligen Rückgang der Uhrenexporte. Damit hätte sich die Exportstatistik in den ersten acht Monaten um gut 11% zurückentwickelt und für das Gesamtjahr 2016 prognostiziert der Vontobel-Analyst ein Minus von 6%. Schliesslich dürfte sich die Lage im vierten Quartal etwas entspannen. Trotz den nicht ganz rosigen Aussichten für den Schweizer Uhrenmarkt empfiehlt er Richemont weiterhin zum "Kauf" und das Rating für Swatch belässt er auf "Hold".

(AWP)