Richtungsloser SMI vor US-Job-Daten

Die Schweizer Börse bewegt sich am Freitag in engen Spannen seitwärts. Händler sprechen von einem impulsarmen Geschäft mit moderaten Umsätzen.
07.10.2016 12:47
Wenig klare Kurstreiber: Eine Börsenhändlerin bei der Arbeit.
Wenig klare Kurstreiber: Eine Börsenhändlerin bei der Arbeit.
Bild: Bloomberg

Die Anleger blieben vor der Publikation der monatlichen US-Arbeitsmarktstatistik (14:30 Uhr MEZ) in Deckung. Auch in den USA und in Japan hatten sich die Aktienkurse nur wenig bewegt. Von den Daten erhoffen sich die Marktteilnehmer Aufschluss über den Zeitpunkt einer Zinserhöhung in der weltgrössten Volkswirtschaft. Experten rechnen mit 176.000 neuen Stellen.

Der SMI notierte zu Mittag um 0,1 Prozent niedriger mit 8169 Zählern. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,3 Prozent gesunken.

Nach dem unerwarteten Rückgang der Anträge auf Arbeitslosenhilfe auf den tiefsten Stand seit 1973 seien die Anleger sehr nervös. Zu gute Zahlen vom Arbeitsmarkt würden die Erwartungen einer Zinserhöhung noch im laufenden Jahr anheizen, hiess es am Markt. Ein Zinsschritt noch in diesem Jahr wäre bestimmt nicht negativ. "Das wäre ein Schritt in Richtung Normalisierung der Zinslandschaft", sagte ein Händler.

Neben Zinsspekulationen dürften ab kommender Woche auch die Quartalsbilanzen die Kursentwicklung prägen. Am Freitag waren Firmennachrichten noch rar.

Ems-Aktie unter Druck

Die Aktien von Ems-Chemie sanken um 2,6 Prozent. Der Hersteller von Chemikalien und Kunststoffen legte Analysten und Händlern zufolge einen überraschend schwachen Quartalsbericht vor. Ems-Chemie steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um 3,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken. Die Verkaufsmengen wuchsen nach Angaben des Unternehmens um sechs Prozent und die Kosten erhöhten sich unterproportional. Ems-Chemie bekräftigte die Jahresprognose und geht weiterhin von einem leicht höheren Umsatz und Betriebsgewinn (Ebit) aus.

Bei den Standardwerten stach Actelion mit 1,5 Prozent Kursminus heraus. Morgan Stanley hat die Empfehlung für den Biotech-Wert auf "Equal-Weight" von "Overweight" zurückgenommen.

Die Anteile der Pharmakonzerne Novartis und Roche sanken jeweils um 0,3 Prozent. Auch die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle schwächten sich leicht ab.

Swiss-Re-Aktionäre haben Hurrikan im Fokus

Besser schlugen sich Finanzwerte. Die Assekuranztitel tendierten mehrheitlich fester. Einzig Swiss Re schwächten sich leicht ab. Befürchtungen, dass die vom Hurrikan Matthew verursachten Schäden das Ergebnis des Rückversicherers belasten könnten, hielten die Anleger von Käufen ab, hiess es.

Die Aktien der beiden Grossbanken legten zu. Credit Suisse rückten um 0,9 Prozent vor. Die Schweizer Tochter der Grossbank soll am 21. November als selbständige Einheit an den Start gehen.

UBS hinkten mit einem Plus von 0,15 Prozent hinterher. Der grössten Schweizer Bank droht in Spanien eine Steueruntersuchung.

Uneinheitlich waren die Anteile zyklischer Firmen. Kursgewinne verbuchten der Elektrotechnikkonzern ABB, der Anlagenbauer VAT und der Pflanzenschutzmittelhersteller Syngenta.

Mehrere zyklische Werte im Minus

Schwächer waren die Titel des Personalvermittlers Adecco, des Prüfkonzerns SGS und des Zementriesen LafargeHolcim.

Die Aktien von Givaudan sanken um 0,2 Prozent. Der Aromen- und Riechstoffhersteller legt am Montag den Quartalsbericht vor. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt ein Wachstum von 3,4 Prozent.

Am breiten Markt sackten die Newron-Aktien nach einer Kapitalerhöhung 11,5 Prozent auf 20,80 Franken ab. Die Pharmafirma holte sich mit der Ausgabe von 1,3 Millionen Aktien 26,1 Millionen Franken. Dies entspricht 8,4 Prozent des gesamten Kapitals. Die Aktien wurden nach Firmenangaben zu je 19,75 Franken bei institutionellen Investoren platziert.

Die Aktien von Bucher rückten ein Prozent auf 247 Franken vor. KeplerCheuvreux hat das Kursziel für den Hersteller von Kommunal- und Landwirtschaftsfahrzeugen auf 270 von 260 Franken angehoben.

(Reuters)