Roche beim Umsatz knapp unter Neun-Monats-Prognose

Der Pharmakonzern Roche kommt für die ersten drei Quartale 2016 auf 37,51 Milliarden Franken Umsatz - Experten hatten im Vorfeld leicht mehr erwartet. Die Aktie gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,2 Prozent nach.
20.10.2016 08:20
Roche bei Nacht: Am Hauptsitz in Basel.
Roche bei Nacht: Am Hauptsitz in Basel.
Bild: Bloomberg

In den ersten neun Monaten 2016 generierte Roche einen Umsatz in Höhe von annähernd 37,51 Milliarden Franken, ein Plus von 6%. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) resultierte ein Wachstum von 4%, wie einer Medienmitteilung vom Donnerstag zu entnehmen ist. Dabei erzielte die grössere der beiden Sparten, die Pharmasparte, einen Umsatz von 29,14 Milliarden Franken (+5%/+4% kWk). Für den Bereich Diagnostics stehen Erlöse von knapp 8,37 Milliarden Franken zu Buche, 7% mehr (+7% kWk) als im Vorjahreszeitraum.

Getragen wurde das Wachstum in der Pharmasparte insbesondere durch Verkäufe der HER2+ Brustkrebs-Franchise, die aus den Mitteln Herceptin und Perjeta besteht. Aber auch Avastin trug mit seinen Verkaufszahlen massgeblich zur Geschäftsentwicklung bei. Stark entwickelten sich auch die Absatzzahlen von Actemra/RoActemra gegen rheumatoide Arthritis.

Für das im Mai eingeführte Immun-Therapeutikum Tecentriq in der Indikation Blasenkrebs weist Roche für das dritte Quartal Erlöse von 77 Mio Franken aus - es ist das erste volle Absatz-Quartal für das Mittel. Aber auch das neu eingeführte Medikament Alecensa (Umsatz: 122 Mio Franken) zur Behandlung von fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) erzielte laut Roche gute Umsätze im Berichtszeitraum.

Mit den vorgelegten Umsatz-Zahlen hat Roche die durchschnittlichen Analystenschätzungen nicht ganz erfüllt. Die von AWP befragten Experten haben im Schnitt mit einem Gruppenumsatz von 37,58 Milliarden Franken gerechnet. Während die Pharmasparte mit ihren Erlösen knapp unter den Schätzungen von 29,28 Milliarden bleibt, liegt das Diagnostics-Geschäft etwas über den erwarteten 8,30 Milliarden Franken.

Höhere Dividende angepeilt

Für den weiteren Geschäftsverlauf bekräftig das Unternehmen seine bisherige Prognose, wonach der Umsatz 2016 zu konstanten Wechselkursen im unteren bis mittleren einstelligen Bereich ansteigen soll. Der Kerngewinn je Titel - ebenfalls zu konstanten Wechselkursen - soll etwas stärker wachsen. Roche geht zudem weiter davon aus, dass die Dividende in Schweizer Franken auch für das Jahr 2016 erhöht werden kann.

"Die Divisionen Pharma und Diagnostics konnten ihre Verkäufe dank der Einführung neuer Produkte weiter steigern, und auch unsere Produkte-Pipeline entwickelt sich sehr gut", wird CEO Severin Schwan in der Mitteilung zitiert. Das Krebsimmuntherapeutikum Tecentriq habe seit seiner Erstzulassung für Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkrebs im Mai in den USA eine sehr gute NaFrankenrage erfahren, so der Manager weiter.

Der Kurs des Roche-Genussscheins ist seit Anfang Jahr um 15,5 Prozent gesunken. Er ist stark veranwortlich für die Berechnung des Leitindex' SMI, der im selben Zeitraum 8,4 Prozent an Wert verloren hat.

(cash/AWP)