Roche drücken Schweizer Börse ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Montagmittag kaum verändert, mit allerdings leicht negativer Tendenz.
18.07.2016 13:00
Der Verlust der Roche-Genussscheins lastet am Montag schwer auf dem Schweizer Aktienmarkt.
Der Verlust der Roche-Genussscheins lastet am Montag schwer auf dem Schweizer Aktienmarkt.
Bild: Bloomberg

Zwar steht die Mehrheit der Bluechips im Plus, die nach einem Studienmisserfolg schwachen Roche ziehen den Gesamtmarkt nach einer vorübergehend freundlichen Entwicklung aber wieder nach unten. Das negative Vorzeichen des Gesamtmarktes ist also Roche zu verdanken, während sich die Ereignisse in der Türkei vom Wochenende kaum negativ auf die Marktstimmung auswirken. In den Blickpunkt der Investoren ist mittlerweile die angelaufene Berichtssaison zum Halbjahr gerückt.

Mit Blick auf die Türkei heisst es am Markt, dass das schwierige Verhältnis der Türkei zu Europa angesichts der "Säuberungsaktionen" Erdogans in naher Zukunft eher noch komplizierter werde. Der Putschversuch in der Türkei sei zwar gescheitert, kurzfristig dürfte aber das politische und wirtschaftliche Umfeld turbulent bleiben. Zudem könnten die Ereignisse die Flüchtlingskrise in Europa weiter verschlimmern und zu einer Verschärfung der Einwanderungsdebatte führen, so eine Einschätzung der Credit Suisse. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des abgewehrten Putsches auf die Euro-Zone dürften aber mit Ausnahme einzelner Sektoren begrenzt bleiben.

Der SMI steht gegen Mittag 0,3% tiefer bei 8133 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,1% auf 1204 Punkte ein und der breite SPI 0,1% auf 8813 Punkte. Von den 30 Bluechips notieren 19 im Plus, 10 im Minus sowie Julius Bär unverändert.

SGS-Aktie führt Verlierer-Liste an

Grösster Verlierer sind weiterhin SGS (-5,3%) nach schwachen Zahlen zum ersten Semester. Obschon sich das organische Umsatzwachstum in der ersten Jahreshälfte beschleunigt hat, liegt das am Montag veröffentlichte Ergebnis sowohl auf den Stufen bereinigter EBITDA und EBIT als auch beim Reingewinn nach Minderheiten hinter den Erwartungen zurück. Für Gesprächsstoff sorgt vor allem aber die überraschende Margenwarnung. Nachdem die Aktien von SGS am Freitag noch auf den höchsten je erreichten Stand geklettert waren, kommt es nun zu Gewinnmitnahmen.

Dahinter fallen Dufry (-3,0%) nach einer Kurszielsenkung durch die UBS überdurchschnittlich zurück. Kurzfristig dürfte das organische Wachstum schwach bleiben, hiess es bei der Bank zur Begründung.

Der Gesamtmarkt wird indes vor allem von den schwachen Genussscheinen von Roche (-1,5%) gebremst. Der Pharmakonzern hat am Morgen über einen Misserfolg mit einer Studie zum Medikament Gazyva berichtet. Demnach hat dieses in der Phase-III-Studie GOYA den primären Endpunkt nicht erreicht. In der Folge hat bereits die Bank Vontobel das Kursziel für den Genussschein reduziert. Die letzten vier Studien, die verschiedene Blutkrebsarten statt mit Rituxan neu mit Gazyva behandelten, seien nun fehlgeschlagen, heisst es bei Vontobel dazu.

Im Gegensatz zu Roche geben Novartis mit einem Minus von 0,2% nur marginal nach. Novartis wird die Halbjahreszahlen am morgigen Dienstag vorlegen, die Zahlen von Roche folgen dann am mit Zahlen reich befrachteten Donnerstag.

Swatch weiterhin in der Negativspirale

Swatch (-0,9%) finden sich nach der Gewinnwarnung vom Freitag und dem Absturz um knapp 8% den Weg auf den Erholungspfad noch nicht. Kepler Cheuvreux hat mittlerweile das Kursziel deutlich reduziert und das Rating "Reduce" bestätigt. Auch Barclay hat das Kursziel von 300 auf 250 Franken um über 16% zurückgenommen.

Das zweite Westschweizer Unternehmen mit Zahlen, Givaudan, markiert als Gegenpol zu SGS die Tabellenspitze, dies mit einem Plus von aktuell 2,8%. Entgegen den Erwartungen stellte sich im ersten Semester keine Wachstumsverlangsamung ein, was in Analystenkreisen positiv beurteilt wird. Lichtblick ist aber vor allem die Margenentwicklung, die selbst die kühnsten Annahmen übertrifft. Die ZKB hat im Anschluss daran das Rating für die Aktien auf "Übergewichten" erhöht.

Hinter Givaudan befinden sich Sika (+1,2%) sowie mit Bâloise (+0,7%) und Swiss Life (+0,7%) zwei Versicherungen in der Spitzengruppe. CS (+0,3%) etablieren sich nach dem jüngst erfolgten Sturz unter die Marke von 10 Franken nun wieder bei über 11 Franken.

Schaffner nach CEO-Abgang weiter im Verkauf

Im breiten Markt büssen Schaffner nach dem überraschenden Abgang des CEO vom vergangenen Freitag weitere 2,7% ein. Nach jeweils einer kleineren Akquisition stehen Straumann 1,0% höher und Emmi gar 2,0%. Energiedienst verzeichnen nach den Semesterzahlen vom Freitag ein knappes Minus von 0,4%.

(AWP)