Roche nach Zahlen deutlich im Minus

Nach einem nicht ganz den Erwartungen entsprechenden Jahresbericht haben Anleger beim Genussschein Roche Gewinne eingestrichen.
30.01.2014 10:23
Die Jahreszahlen drücken auf den Börsenkurs von Roche.
Die Jahreszahlen drücken auf den Börsenkurs von Roche.
Bild: Bloomberg

Der Titel fiel am Donnerstag in einem schwachen Markt um zwei Prozent auf 234,50 Franken. Der Branchenindex sank um 0,7 Prozent.

Der Gruppenumsatz stieg im Vorjahresvergleich um 3% auf 46,78 Mrd CHF; zu konstanten Wechselkursen (kWk) resultierte ein Wachstum von 6%. Der Umsatz der Division Pharma wuchs um 3% auf 36,30 Mrd CHF, zu kWk legten die Verkäufe um 7% zu. Die Diagnostika-Sparte erzielte einen Umsatzanstieg um 2% auf 10,48 Mrd (+4% zu kWk), wie der Konzern am Donnerstag mitteilt.xml2node

Der Kern-Betriebsgewinn der Gruppe erhöhte sich um 4% auf 17,90 Mrd CHF (+8 zu kWk). Die Kern-Betriebsgewinnmarge der Gruppe wird mit 38,3 (VJ 37,7)% angegeben, jene der Pharma-Division betrug 44,4 (44,0)%.

Der Konzerngewinn verbesserte sich um 18% auf 11,37 Mrd. Dieser deutliche Anstieg sei unter anderem auch auf niedrigere Restrukturierungskosten sowie die Auflösung von Wertminderungen zurückzuführen.

Für das Berichtsjahr wird der Generalversammlung die Ausschüttung einer wiederum höheren Dividende von 7,80 (7,35) CHF je Aktie und Genussschein beantragt.

Etwas weniger verdient als erwartet

"2013 war für Roche ein sehr gutes Jahr. Dank der starken Nachfrage nach unseren etablierten Produkten und der positiven Aufnahme unserer vor kurzem am Markt eingeführten Arzneimittel und Diagnostika haben wir unsere finanziellen Ziele übertroffen", zeigt sich CEO Severin Schwan in der Mitteilung erfreut. Mit den Einführungen von Perjeta und Kadcyla sei eine neue Generation von Therapien für Frauen mit einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs auf den Markt gebracht worden. Ein weiterer Meilenstein war gemäss dem Konzernchef die Lancierung des Medikaments Gazyva zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) in den Vereinigten Staaten. Schwan gibt sich überzeugt, dass Roche dank der starken Produktepipeline gut aufgestellt ist, die erfolgreiche Entwicklung fortzusetzen.

Roche hat mit den Zahlen die Erwartungen des Marktes bezüglich Umsatz leicht übertroffen, auf den Gewinnebenen dagegen etwas verfehlt. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Gruppen-Umsatz von 46,58 Mrd CHF, einen Pharma-Umsatz von 36,20 Mrd und Diagnostika-Verkäufe von 10,37 Mrd prognostiziert. Die Schätzungen für den Kern-Betriebsgewinn lauteten auf 18,01 Mrd, jene für den Konzerngewinn nach Minderheiten auf 11,63 Mrd bzw. den Kerngewinn je Titel auf 14,55 CHF.

Höhere Dividende in Aussicht

Für das laufende Jahr 2014 rechnet die Roche-Gruppe mit einem Verkaufszuwachs im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich, zu konstanten Wechselkursen. Zudem wird ein Wachstum des Kerngewinns je Titel zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das über dem Verkaufswachstum liegt. Roche geht davon aus, dass die Dividende auch für das Jahr 2014 erhöht werden kann.

Mit dem Ausblick hat das Management die Erwartungen des Marktes nicht ganz erfüllt. Analysten hatten im Vorfeld meist mit einer Umsatzzunahme um 4% bzw. im mittleren einstelligen Prozentbereich (zu kWk) gerechnet, während für den Kerngewinn je Aktie ein schnelleres Wachstum mit einer hohen einstelligen Zuwachsrate bis hin zu +11% erwartet wurde. Dabei wurde teils davon ausgegangen, dass die Patentabläufe von Xeloda in den USA und Generika für Valcyte sich mit 600 bzw. 300 Mio CHF negativ auswirken werden.

(AWP/cash)