Roche wächst im ersten Quartal

Das Pharmaunternehmen Roche hat in den ersten drei Monaten des Jahres beim Umsatz zugelegt. Im SMI ist der Roche-Bon klarer Gewinner.
22.04.2015 09:17
Die Wechselkurse sorgen für ein paar Wolken über dem Medikamentenhersteller.
Die Wechselkurse sorgen für ein paar Wolken über dem Medikamentenhersteller.
Bild: Bloomberg

Der Pharma-Konzern Roche hat das Geschäftsjahr 2015 mit Wachstum in beiden Divisionen in Originalwährungen begonnen; bei der Umrechnung in die Konzernwährung Schweizer Franken belastete indessen erwartungsgemäss ein negativer Wechselkurseffekt, doch fiel dieser geringer aus als noch zu Jahresbeginn erwartet. Die Franken-Stärke zehrte die Zuwächse in Dollar und Yen - in den USA und Japan setzt Roche viel ab - zum Teil auf. Der Gruppenumsatz stieg im ersten Quartal um 3% auf 11,83 Mrd CHF; zu konstanten Wechselkursen (kWk) erreichte das Umsatzplus 5%.

Das Management sieht den Konzern auf Kurs und bestätigt die im März bekräftigte Guidance für 2015. Die Division Pharma steigerte den Absatz um 3% auf 9,32 Mrd, legte zu kWk aber um 4% zu. Die Division Diagnostics erzielte Verkäufe von 2,51 Mrd (+2% in CHF; +6% zu kWk), teilt Roche am Mittwoch mit.

Wichtige Wachstumsträger der Division Pharma waren laut Mitteilung wiederum die Krebsmedikamente sowie die Immunologie-Produkte Actemra/Roactemra und Xolair. Unter den wichtigsten Krebsmedikamenten wuchsen so die Verkäufe von MabThera/Rituxan zu kWk um 5% auf 1,74 Mrd CHF, von Herceptin um 12% auf 1,65 Mrd und von Avastin um 6% auf 1,62 Mrd.

An der Börse startet Roche durch: Der Genussschein liegt einige Minuten nach Handelsstart um 2,23 Prozent im Plus.

Neue Produkte

"Wir sind mit starken Verkaufszuwächsen und einer guten Aufnahme neuer Produkte ins neue Jahr gestartet", kommentiert denn auch CEO Severin Schwan in der Mitteilung. Dabei verweist er vor allem auf die weiterhin starke Nachfrage nach Perjeta gegen Brustkrebs sowie auf Esbriet, das erst kürzlich in den USA zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose zugelassen wurde.

Mit den Umsatzzahlen hat der Pharmakonzern die Erwartungen des Marktes übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Gruppenumsatz von 11,57 Mrd CHF erwartet. Der Pharmaumsatz wurde auf 9,12 Mrd und die Diagnostika-Verkäufe auf 2,48 Mrd geschätzt. Bei den grössten Produkten beliefen sich die Schätzungen auf 1,66 Mrd für MabThera/Rituxan, 1,61 Mrd für Avastin und 1,56 Mrd für Herceptin.

Ausblick bestätigt

Vor dem Hintergrund der bisherigen Geschäftsentwicklung bestätigt das Management den Ausblick für das Gesamtjahr 2015. So wird unverändert mit einem Verkaufszuwachs im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich gerechnet (zu kWk). Zudem werde ein Wachstum des Kerngewinns je Titel (zu kWk) angestrebt, das über dem Verkaufswachstum liege, heisst es weiter. Roche strebe an, dass die Dividende auch für das Jahr 2015 in Schweizer Franken erhöht werden könne.

Derweil dürfte der negative Einfluss der Wechselkursverschiebungen geringer ausfallen als noch Anfang Jahr erwartet. Auf der Basis der Wechselkursverhältnisse per Ende März rechnet das Management mit einer Wechselkursbelastung auf dem Umsatz für das Ganzjahr von noch 3 Prozentpunkten (PP), auf den Kern-Betriebsgewinn von -4 PP und auf den Kerngewinn je Aktie von -8 PP. Ende Januar war man noch von einem Einfluss von 6 PP auf den Umsatz und 9 PP auf den Kernebit ausgegangen.

Beim Kurs hinkt Roche hinter dem Konkurrenten Novartis hinterher. Seit Jahresanfang hat der Genussschein nur um 1,4 Prozent zugelegt, während der Novartis-Titel einen Kursgewinn von 7,4 Prozent schaffte.

(AWP/Reuters/cash)