Rückversicherer - Swiss Re gibt trotz Verlust Startschuss für Aktienrückkauf

Swiss Re sieht sich trotz eines Verlusts in dreistelliger Millionenhöhe kapitalstark genug, um Geld an seine Aktionäre zurückzugeben.
02.11.2017 08:24
Christian Mumenthaler, CEO des Rückversicherungskonzerns Swiss Re.
Christian Mumenthaler, CEO des Rückversicherungskonzerns Swiss Re.
Bild: www.swissre.com

Der Konzern aus Zürich kündigte am Donnerstag an, ab dem 3. November mit dem Rückkauf eigener Aktien für bis zu eine Milliarde Franken zu beginnen. Die Nummer zwei der Branche hatte den Aktionären bereits im Februar in Aussicht gestellt, dass sie überschüssiges Kapital zurückbekommen. Wegen der milliardenschweren Schadenzahlungen vor allem für die verheerende Hurrikanserie in den USA stand allerdings ein Fragezeichen hinter dem dritten Aktienrückkaufprogramm in Folge.

Nach neun Monaten stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 468 Millionen Dollar. Swiss Re schnitt damit allerdings besser ab als Analysten befürchtet hatten. Die Kosten für die drei Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" - im Branchenjargon "HIM" genannt, zwei Erdbeben in Mexiko und andere Naturkatastrophen dürften sich auf rund vier Milliarden Dollar belaufen, schätzt Swiss Re. In der größten Sparte Schaden-Rückversicherung stand deshalb ein Verlust von 652 Millionen Dollar zu Buche.

Der sogenannte Schaden-Kosten-Satz schnellte auf 114,1 Prozent hoch - deutlich über die Marke von 100 Prozent, bis zu der Zahlungen für Schäden und Verwaltung durch Prämieneinnahmen gedeckt sind. Auch im Geschäft mit Großkunden verlor Swiss Re Geld, verdiente dagegen gut im Bereich Lebensversicherung und mit der Abwicklung geschlossener Versicherungsportfolios.

Einen Hoffnungsschimmer bieten die milliardenschweren Schadenaufwendungen immerhin: Der jahrelange Preiskampf in der Naturkatastrophen-Deckung könnte zu Ende gehen. "Wir erwarten, dass sich die Preisbedingungen verbessern – nicht nur in der Rückversicherung, sondern auch im Firmenkundengeschäft", erklärte Konzernchef Christian Mumenthaler. Die Rückversicherer mussten in den Verhandlungen mit den Erstversicherern seit Jahren Abschläge hinnehmen, nachdem sich teure Katastrophen wie große Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben weltweit in Grenzen gehalten hatten. Zudem waren Hedgefonds und andere Investoren auf Suche nach Rendite in den Markt gedrängt und hatten für Überkapazitäten gesorgt.

Ähnlich hatten sich jüngst auch Branchenprimus Münchener Rück und Hannover Rück geäußert. Bei der Münchener Rück fegen die Wirbelstürme fast den ganzen Jahresgewinn hinweg. 

(Reuters)