Rückversicherer - Swiss Re verpasst die Gewinnerwartungen

Der Rückversicherer Swiss Re hat im Geschäftsjahr 2016 weniger Konzerngewinn gemacht als erwartet. Dennoch soll die Dividende angehoben und ein neues Aktienrückkaufprogramm aufgegleist werden.
23.02.2017 08:33
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Bild: Bloomberg

Die Swiss Re hat 2016 verglichen mit dem starken Vorjahresergebnis weniger verdient. Dabei litt das Geschäft unter höheren Kosten für Grosskatastrophen wie etwa den Waldbränden in Kanada, dem Erdbeben in Neuseeland oder dem Hurrikan Matthew in den USA. Im derzeit schwierigen und von Preisdruck geprägten Marktumfeld hat die Swiss Re in der wichtigen Januar-Erneuerungsrunde bewusst auf das Zeichnen von Geschäft verzichtet.

Der Reingewinn des Rückversicherers sank im Berichtsjahr auf 3,56 Mrd USD nach 4,60 Mrd, Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Wert von 3,72 Mrd gerechnet. "Wir haben 2016 trotz anhaltend schwierigen Geschäftsbedingungen ein gutes Ergebnis erzielt", wird CEO Christian Mumenthaler in der Mitteilung vom Donnerstag zitiert. Weiterhin niedrige Zinsen und ein weltweit schwächeres Wirtschaftswachstum hätten das Umfeld geprägt.

Die gegenüber dem Vorjahr höhere Schadenlast führte dazu, dass sich die Combined Ratio in der Hauptsparte Sachrückversicherung (P&C Reinsurance) um 7,8 Prozentpunkte auf 93,5% und im Erstversicherungsgeschäft für Grosskunden (Corporate Solutions) um 7,9 Punkte auf 101,1% verschlechterte. Dennoch lag die Eigenkapitalrendite bei P&C mit 16,4% über dem Ziel von 10-15%, während CorSo mit 6,0% deutlich hinter der Vorgabe (10-15%) blieb. Entsprechende Managementmassnahmen seien nun eingeleitet worden, heisst es.

Life&Health litt etwas unter dem schwächeren britischen Geschäft, wodurch der Gewinn auf 807 Mio USD von 968 Mio zurückfiel. Mit der Rendite von 12,8% lag der Bereich aber über dem Ziel von 10-12%. Dies gelang auch bei Life Capital mit 10,4% (Ziel: 6-8%).

Mehr Volumen

Auf Gruppenebene verdiente Swiss Re Prämien im Umfang von 33,2 Mrd USD nach zuvor 30,2 Mrd aus. Der Anstieg sei in ausgewählten Märkten, vor allem Europa und USA, und Geschäftssparten und dank grosser und massgeschneiderter Transaktionen erzielt worden, so die Mitteilung. Währungsbereinigt habe das Volumen gar um 12,1% zugenommen.

Gewachsen ist Swiss Re etwa im P&C-Geschäft mit knapp 13%. Aber auch L&H wuchs dank Bestandstransaktionen in Nord- und Südamerika sowie Vertragserneuerungen um gute 9%, während das Wachstum bei CorSo mit 3,7% bescheidener ausfiel.

In der Bilanz nahm das Eigenkapital auf 34,5 Mrd USD von 32,4 Mrd zu und die Eigenkapitalrendite lag mit 10,6% über der Zielvorgabe, aber unter dem Vorjahreswert von 13,7%. Swiss Re strebt über den Versicherungszyklus eine Eigenkapitalrendite an, welche die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um mindestens 700 Basispunkte übersteigt. Auch an den weiteren Spartenzielen hält der Rückversicherer fest.

Weiterhin grosszügige Ausschüttung

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat an der kommenden GV eine ordentliche Dividende von 4,85 CHF je Aktie vor. Im Vorjahr hatte die Swiss Re 4,60 CHF Dividende bezahlt.

Zudem plant die Swiss Re auch künftig, Kapital an die Aktionäre zurückzuführen. Geplant ist wie zuletzt ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1,0 Mrd CHF, das bis zur Generalversammlung 2018 durchzuführen ist. Bedingung sei, dass überschüssiges Kapital zur Verfügung stehe, Grossschäden ausblieben und sich keine anderweitigen Geschäftsmöglichkeiten böten, so die Mitteilung.

In der Januar-Erneuerungsrunde hat Swiss Re in dem von Preisdruck geprägten Umfeld Vorsicht walten lassen, auch wenn der Druck etwa im Property- und Specialty-Geschäft nachlasse. Insgesamt seien von dem zu erneuernden Volumen von 10,3 Mrd USD lediglich 8,5 Mrd neu gezeichnet worden. Dies entspricht einem Rückgang von 18%.

Die risikobereinigte Preisqualität sank leicht von 102% auf 101%, übertreffe aber die Rentabilitätskriterien der Gruppe, heisst es. Bei durchschnittlichen Grossschadenskosten schätzt Swiss Re die Combined Ratio 2017 in diesem Portfolio auf 100%.

Neue Führungskräfte

Mit der Publikation der Jahreszahlen gibt Swiss Re zudem die Ernennung von Edouard Schmid als neuen Group Chief Underwriting Officer bekannt. Er folgt auf Matthias Weber, der sich entschieden hat, nach 25-jähriger Tätigkeit bei Swiss Re per 30. Juni 2017 zurückzutreten und ein neues Kapitel in seinem Leben zu beginnen.

Der Generalversammlung vom 21. April 2017 werden der Novartis-Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt und Jay Ralph als neue, nicht exekutive und unabhängige Verwaltungsratsmitglieder zur Zuwahl vorgeschlagen. Jay Ralph war bis vor kurzem Mitglied des Vorstands der Allianz SE und Präsident bei Allianz Asset Management.

(AWP)