Rückversicherer - Swiss Re warnt vor unsicherer Weltwirtschaftslage

Weltweit wächst die Sorge vor dem Abschlittern der Weltwirtschaft in eine Rezession. Auch die Ökonomen des Swiss Re Institutes sind besorgt.
07.09.2019 17:14
Fassade des Swiss-Re-Gebäudes mit Glas-Wellenstruktur.
Fassade des Swiss-Re-Gebäudes mit Glas-Wellenstruktur.
Bild: cash/fsc

Die Weltwirtschaft sei in einem fragileren Zustand als dies noch im Jahr 2007 vor Beginn der Finanzkrise der Fall war, schreiben sie in einer Studie. Für mehr Stabilität könnte die Versicherungsbranche sorgen.

Gemeinsam mit der London School of Economics (LSE) hat das Institut Daten zur Widerstandsfähigkeit von weltweit 31 Ländern zusammengetragen. Die daraus berechneten makroökonomischen Resilienzindizes hätten gezeigt, dass 80 Prozent der untersuchten Volkswirtschaften im Jahr 2018 gegenüber konjunktureller Erschütterungen weniger gefeit waren als 2007, teilte der Rückversicherer in der am Samstag veröffentlichten Sigma-Studie mit.

Ein Grund, der zu diesem Trend beitrage, sei etwa das für Banken schwieriger gewordene Arbeitsumfeld. Zudem würden den Notenbanken in vielen Ländern die Mittel zur Stabilisierung der Konjunktur ausgehen. Die Zentralbanken hätten aufgrund der extrem expansiven Geldpolitik der vergangenen Jahre kaum mehr Handlungsspielraum, meint Swiss-Re-Chefökonom Jean Haegeli.

Widerstandsfähige Schweiz

Am besten schnitten in der während der Jahre 2007 bis 2018 durchgeführten Analyse die Schweiz, Kanada und die USA ab. Sie belegen die ersten drei Plätze in der zum Resilienzindizex erstellten Rangliste. Während die Schweiz und Kanada seit zehn Jahren in den Top-3 zu finden waren, haben sich die USA nach dem Tiefpunkt von 2010 in Sachen Widerstandsfähigkeit erholt.

In der Eurozone habe sich derweil die Widerstandskraft auch wegen der hohen Verschuldung vieler Staaten deutlich verschlechtert. Tiefere Steuereinnahmen und Schwachstellen im Bankensektor machten insbesondere Länder an der Peripherie Europas anfälliger auf konjunkturelle Erschütterungen, hiess es in der anlässlich des derzeit in Monte Carlo laufenden Versicherungstreffens veröffentlichten Studie.

In Asien und Ozeanien blieb die Resilienz im beobachteten Zeitraum dagegen weitestgehend stabil. In China, Japan und Australien nahm sie sogar leicht zu, in Indien ging sie zurück.

Einen Beitrag zur Verbesserung der Widerstandskraft könne die Versicherungsindustrie leisten, schreibt die Swiss Re weiter. Etwa indem sich die Haushalte besser vor Schockereignissen wie Naturkatastrophen, dem Tod des Hauptversorgers oder hohen Gesundheitskosten schützten. Denn weltweit seien Risiken im Rekordumfang von rund 1'200 Milliarden US-Dollar noch nicht durch Versicherungen gedeckt.

(AWP)

 
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