Sanitärtechnik - Vorsichtiger Ausblick bremst die Geberit-Aktie aus

Der Jahresgewinn von Geberit übertrifft die Erwartungen. Dass sich der Sanitärtechnikkonzern vorsichtig für 2019 äussert, setzt der Aktie allerdings zu.
12.03.2019 14:15
Von Lorenz Burkhalter
Geberit-CEO Christian Buhl.
Geberit-CEO Christian Buhl.
Bild: cash

Spätestens nach den soliden Jahresumsatzzahlen von Mitte Januar war klar, dass Geberit mit überzeugenden Gewinnzahlen nachlegen kann. Das macht der Sanitärtechnikkonzern aus Rapperswil-Jona am frühen Dienstagmorgen denn auch. Beim operativen Gewinn (EBITDA) übertrifft das Unternehmen selbst die höchsten Analystenerwartungen.

Die Geberit-Aktie gerät nach einem frühen Vorstoss auf 413,30 Franken unter Verkaufsdruck. Zur Stunde verliert sie noch 2 Prozent auf 399,80 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 394,10 Franken. Beobachter begründen diese doch sehr unterkühlte Reaktion damit, dass das Unternehmen von einem herausfordernden Jahr ausgeht und die Rohmaterialpreise nach einer vorübergehenden Entspannung ab dem zweiten Quartal wieder steigen sieht.

Schwieriges 2019 zu erwarten

Die Zürcher Kantonalbank sieht den Sanitärtechnikkonzern auf ein gutes Schlussquartal zurückblicken. Geberit wrede 2019 in einem anspruchsvollen Marktumfeld die defensiven Stärken (hohe Margen, wenig zyklisch) ausspielen können, so schreibt sie weiter. Bei den eigenen Schätzungen sieht die Zürcher Kantonalbank allerdings nur geringen Anpassungsbedarf. Angesichts ihrer hohen Bewertung wird die Aktie nur mit "Marktgewichten" eingestuft.

Vorsichtiger äussert sich Goldman Sachs. Die amerikanische Investmentbank rechnet 2019 zum ersten Mal seit drei Jahren wieder mit einem organischen Umsatzwachstum unter dem mittelfristigen Zielband von 4 bis 6 Prozent. Gleichzeitig sieht Goldman Sachs von den höheren Romaterialpreisen Druck auf die Margen ausgehen. Das Anlageurteil lautet deshalb weiterhin "Sell", das 12-Monats-Kursziel 339 Franken.

Wie die Bank Vontobel schreibt, wird Geberit wegen der Flaute im Neubaumarkt mehr investieren müssen, um das mittelfristige Wachstumsziel erreichen zu können. Die Zürcher Bank stuft die Aktie wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 410 Franken ein.

Warten auf die konkreten Zielvorgaben

Das Interesse gilt vor allem den zukunftsgerichteten Aussagen. Wie gewohnt macht Geberit so früh im Jahr nur qualitative Aussagen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung. Nicht nur was das Wirtschaftsumfeld anbetrifft, auch in Bezug auf die Rohmaterialpreise fallen die Aussagen vorsichtiger als erwartet aus.

Konkrete Zielvorgaben dürfte der Sanitärtechnikkonzern erst mit dem Halbjahresergebnis von Mitte August kommunizieren. Mittelfristig strebt das Unternehmen ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent bei einer operativen Marge (EBITDA) zwischen 28 und 30 Prozent an.

Analysten wiederum gehen für 2019 durchschnittlich von einem organischen Umsatzwachstum von rund 3 Prozent sowie von einer operativen Marge von 27,5 Prozent aus. Einige Vertreter dieser Berufsgruppe sind allerdings deutlich vorsichtiger, unter ihnen jene von UBS und Goldman Sachs (cash berichtete).

Ausgewählte Produkte auf Geberit

Symbol Typ Coupon PDF
MCGGJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 8.55% PDF
MBMCJB Autocallable Multi Barrier Reverse Convertible 8.05% PDF
MBTLJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 7.60% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär