Santé-IPO - Galenica-Aktie von Titelverkäufen belastet

Die Aktien des Berner Gesundheitskonzerns Galenica tauchen am frühen Montagnachmittag in die Nähe der bisherigen Jahrestiefstkurse von Ende Januar.
27.03.2017 13:55
Im Labor von Galenica.
Im Labor von Galenica.
Bild: ZVG

Beobachter berichten von Titelverkäufen im Zusammenhang mit dem angelaufenen Börsengang des Apotheken- und Logistikgeschäfts Galenica Santé. Wie es heisst, machen Aktionäre Mittel frei, um Aktien des Debütanten zeichnen zu können.

Um 13.45 Uhr verlieren Galenica Namen davon belastet 1,8% auf ein vorläufiges Tagestiefst von 1'060 CHF. Der Gesamtmarkt (SPI) steht im Gegenzug bei 9'522,27 Punkten und damit um 0,4% unter dem Schlussstand vom Freitag. Nicht nur in den Basiswerten, auch in den Derivaten werden die Handelsaktivitäten als rege bezeichnet.

Seit Montagfrüh können Anleger innerhalb der seit letzter Woche bekannten Preisspanne von 31 bis 39 CHF Aktien von Galenica Santé zeichnen. Die Zeichnungsfrist für die bis zu 43,125 Millionen angebotenen Aktien läuft bis zum 6. April, könnte bei guter Nachfrage allerdings vorzeitig beendet werden.

Wie im Berufshandel zu hören ist, trennen sich Anleger von Teilen ihrer Galenica-Beteiligung, um mit dem Verkaufserlös Titel des Apotheken- und Logistikgeschäfts zu zeichnen. Alleine schon aufgrund der guten Vorhersehbarkeit der zukünftigen Geschäftsentwicklung und der grosszügigen Ausschüttungspolitik wird der Börsenaspirant in Analystenkreisen als interessant eingestuft. Bei der Mainfirst Bank werden die Aktien von Galenica Santé selbst am ganz oberen Ende der Preisspanne noch als kaufenswert beurteilt.

Etwas zurückhaltender äussern sich die Experten in Bezug auf die Aussichten der in Zukunft unter Vifor Pharma im Unternehmen verbleibenden Geschäftsaktivitäten. Wie es in einem Kommentar aus dem Hause Julius Bär heisst, verschlechtert sich durch den Börsengang von Galenica Santé das Risikoprofil von Vifor Pharma. Die für Kepler Cheuvreux tätige Analystin hält die Konsensschätzungen für das alleinstehende Pharmageschäft für um 20% zu hoch angesetzt und erwartet deshalb im Anschluss an den Börsengang einschneidende Schätzungsreduktionen für Vifor Pharma. Das wiederum drücke auf die Kursentwicklung des derzeit noch kombinierten Unternehmens, so Händler.

(AWP)