Santhera-Aktien brechen nach FDA-Entscheid ein

Santhera-Aktien kommen am Donnerstag nach einer Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA arg unter die Räder.
14.07.2016 12:40
Santhera muss für sein Medikament Raxone eine weitere Studie durchführen.
Santhera muss für sein Medikament Raxone eine weitere Studie durchführen.
Bild: Bloomberg

Nach einem Auftaktverlust von mehr als 20% bauen die Aktien diesen im weiteren Verlauf noch aus. Die US-Behörde hat die Zulassungspläne des Pharmaunternehmens für sein Medikament Raxone (Idebenone) bei Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) ohne Glucocorticoid-Begleittherapie durchkreuzt.

Die Börse reagiert eindeutig: Nachdem die Santhera-Aktien mit einem Abschlag von 21% in den Handel gestartet waren, sackten sie im weiteren Verlauf noch weiter ab und verzeichneten im Tief ein Minus von 40%. Um 12.00 Uhr beträgt der Abschlag knapp 38% auf 52,05 Franken. Der Gesamtmarkt, gemessen am SPI, steht zeitgleich um 0,2% höher.

Grosse Verzögerung

Santhera hatte geplant, einen Zulassungsantrag für sein Mittel unter dem sogenannten Subpart H-Verfahren zu stellen. Eine neue Studie, die in Kürze anlaufen wird (Sideros), sollte dann mit DMD-Patienten mit Glucocorticoid-Begleittherapie durchgeführt und damit die Indikation erweitert werden. Dieser Vorschlag wird von der FDA abgelehnt.

Dass die Börse so ungnädig reagiert hat mit den Verzögerungen zu tun, die daraus resultieren, erklärt ein Analyst im Gespräch mit AWP. An sich habe der Markt erwartet, dass Raxone in der Behandlung von DMD möglicherweise ab dem kommenden Jahr Umsätze generiere - vorausgesetzt, die FDA hätte die Zulassung erteilt. Da nun aber erst noch die neue Studie durchgeführt werden müsse, werde sich das ganze Projekt bis voraussichtlich 2020 hinauszögern. Die damit entstandene Unsicherheit laste auf den Aktien.

(AWP)