Santhera erwartet steigenden Raxone-Umsatz

Das Spezialitätenpharma-Unternehmen Santhera hat im ersten Halbjahr dank steigender Verkaufszahlen des Muskelschwund-Medikaments Raxone den Umsatz gesteigert. Unter dem Strich resultierte dennoch ein Verlust.
06.09.2016 08:11
Roxane, der Blockbuster von Santhera, soll vor allem gegen Muskelschwund helfen.
Roxane, der Blockbuster von Santhera, soll vor allem gegen Muskelschwund helfen.
Bild: Bloomberg

Für das Jahr 2016 erwartet das Unternehmen einen Nettoumsatz mit Raxone von 16 Mio bis 18 Mio CHF.

In den ersten sechs Monaten 2016 stieg der Nettoumsatz von Raxone an LHON-Patienten (Leber Hereditärer Optikusneuropathie) hauptsächlich durch höhere Verkäufe in Deutschland und Frankreich auf 7,2 Mio von 1,5 Mio im Vorjahr, wie Santhera am Dienstag mitteilte.

Das Umsatzwachstum von Raxone liege damit aber etwas unter den ursprünglichen Erwartungen auf Grund der komplexen Preisfindungs- und Rückerstattungsprozesse in verschiedenen EU Ländern, heisst es weiter. "Wir erwarten jedoch entsprechende Entscheide in den kommenden Monaten, was zur weiteren Steigerung der Verkäufe von Raxone führen dürfte", sagt CEO Thomas Meier in der Mitteilung.

Höherer Geschäftsaufwand

Dem gestiegenen Umsatz stand ein höherer operativer Aufwand als Folge verstärkter kommerzieller und klinischer Aktivitäten gegenüber. Der operative Gesamtaufwand belief sich auf 22,6 Mio nach 7,5 Mio in der gleichen Vorjahresperiode. Dabei führten die Vorbereitung der Zulassungsanträge für DMD in Europa und den USA sowie die Durchführung von klinischen Studien zu höheren Entwicklungskosten von 8,1 Mio (VJ 2,9 Mio). Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen auf 8,9 Mio (VJ 1,5 Mio) und der Verwaltungs- und allgemeine Aufwand auf 5,5 Mio (VJ 3,1 Mio).

Somit weitete sich der operative Verlust auf 17,2 Mio von 6,2 Mio im Vorjahr aus. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 18,0 Mio CHF, verglichen mit einem Fehlbetrag von 6,2 Mio im Vorjahr.

Nettomittelverbrauch von 13,3 Millionen

Per 30. Juni 2016 verfügte Santhera über liquide Mittel im Umfang von 63,6 Mio. Per Ende Dezember 2015 hatten diese 76,9 Mio betragen. Der Nettomittelverbrauch im ersten Halbjahr 2016 belief sich auf 13,3 Mio. Die finanzielle Basis erlaube es, die Markt- und Entwicklungsstrategien plangemäss umzusetzen, schreibt die Gesellschaft.

"Das robuste Umsatzwachstum von Raxone für LHON in den ersten Ländern Europas und die Einreichung des Zulassungsantrages in Europa für DMD sind die Höhepunkte des ersten Halbjahres", sagt CEO Meier abschliessend.

Bis Ende des Berichtszeitraums seien Verkaufserlöse für Raxone primär in Deutschland und Frankreich erzielt und ein steigender Umsatzanteil aus weiteren mittelgrossen Märkten verzeichnet worden. Santhera erwarte im zweiten Halbjahr 2016 und anfangs 2017 Erstattungsentscheidungen seitens verschiedener europäischer Behörden, heisst es in der Mittlung weiter.

Ausserdem will Santhera den Verwaltungsrat erweitern. Das Aufsichtsgremium schlägt Patrick Vink der Generalversammlung 2017 als neues Mitglied vor. Vink agiere mit sofortiger Wirkung als Berater des Verwaltungsrates, teilte Santhera mit. In seiner letzten operativen Funktion war Vink Executive Vice President und Chief Operating Officer bei Cubist Pharmaceuticals.

(AWP)