Saudi-Arabien, Argentinien, China - Die UBS ist heiss auf Schwellenländer

Indexverschiebungen in Schwellenländern eröffnen laut der UBS neue Anlagemöglichkeiten. Es geht um Geldflüsse von mehr als 100 Milliarden Dollar.
16.02.2019 05:15
Die Casa Rosada, Argentiniens Präsidentenpalast im Zentrum von Buenos Aires.
Die Casa Rosada, Argentiniens Präsidentenpalast im Zentrum von Buenos Aires.
Bild: Pixabay

Anleger sollten sich im kommenden Jahr auf ganz neue Gelegenheiten in Schwellenländern vorbereiten, da Neuzugänge wie etwa Saudi-Arabien und chinesische Inlandsaktien in globale Indizes gehoben werden - ein Schritt, den die UBS als "ziemlich seismische Verschiebungen" ansieht.

Die weltweit grössten Indexanbieter wie FTSE Russel, eine Tochtergesellschaft der London Stock Exchange Group, MSCI und S&P Dow Jones Indices werden eine Reihe von Indizes bezüglich einer Aufnahme der sogenannten SACKs überprüfen,- Saudi-Arabien, Argentinien, China-Onshore-Aktien (auch A-Aktien genannt) und Kuwait, schrieb David Rabinowitz, Leiter Marktstruktur Asien-Pazifik bei der UBS, in einem Bericht.

Die Anpassung werde bei aktiv und passiv verwalteten Fonds im gesamten Schwellenländer-Universum zu Geldzuflüssen von 121 Milliarden US-Dollar führen, prognostiziert die UBS.

Investoren werden versuchen, "sich zu positionieren, ihre Portfolios anzugleichen und die ziemlich seismischen Verschiebungen bei den Indexgewichtungen der Schwellenländer zu berücksichtigen", sagte Rabinowitz. "Da über 500 Milliarden US-Dollar an passiven Fondsgeldern allein das EM-Segment für MSCI, FTSE und S&P abdecken, erwarten wir, dass es zu Liquiditätsverschiebungen kommen wird."

Abkehr von den BRICs

Der erwartete Zufluss unterstreicht die Bemühungen von Ländern wie Saudi-Arabien und China, Reformen einzuführen und sich für globale Investoren zu öffnen, aber auch die Rolle zentraler Indexanbieter bei der Aktienauswahl, bei denen Billionen von US-Dollar wichtige Benchmarks abbilden. Es zeigt aber auch eine Abkehr von den BRICs - Brasilien, Russland, Indien, China (Offshore-Aktien) und Südafrika -, deren Positionen in Schwellenländern-Benchmarks mittlerweile fest verankert sind.

Bis Mai 2020, wenn die letzte der aktuellen Indexüberprüfungen stattfindet, werden allein 37 Milliarden US-Dollar an passiven Geldern in die SACKs-Vermögenswerte geflossen sein, schätzt UBS.

Aktive Fondsmanager werden wahrscheinlich auch gezwungen sein, sich daran zu beteiligen, "zumindest die aktuellen Benchmark-Abweichungsniveaus beizubehalten", und zwar mittelfristig im Volumen von rund 84 Milliarden Dollar an zusätzlichen aktiven Zuflüssen, prognostiziert die UBS.

Bei den Verlierern dürften die grössten aktiven und passiven Abflüsse insgesamt bei Hongkong und American Depositary Receipts von chinesischen Aktien (34,5 Milliarden US-Dollar), Südkorea (15,7 Milliarden US-Dollar) und Taiwan (12,8 Milliarden US-Dollar) zu verzeichnen sein, aber auch Indien, Brasilien und Südafrika und Russland dürften betroffen sein, erwartet die UBS.

(Bloomberg)