Schaffner: Mit Kostensenkung zum Erfolg?

Schaffner befindet sich in einer schwierigen Phase. Vor kurzem wurde die Schliessung einer Produktionsstätte in Deutschland bekanntgegeben und für das erste Halbjahr 2015/16 wurde ein Verlust ausgewiesen.
08.06.2016 07:25
Autozulieferer Schaffner mit Problemen.
Autozulieferer Schaffner mit Problemen.
Bild: Pixabay

Anlässlich eines Investorentages bestätigt das Unternehmen indes frühere Aussagen zu den kurz- und mittelfristigen Prognosen.

Schaffner befinde sich weiterhin in einem Übergangsjahr und der wirtschaftliche Ausblick bleibe unsicher, heisst es in den Unterlagen zum Investorentag vom Mittwoch. Gleichzeitig wird bestätigt, dass die EBITA-Marge innert 24 Monate wieder auf über 8% steigen soll und man wieder auf den Wachstumspfad einschwenken will. Deshalb werde der Fokus ab dem Geschäftsjahr 2016/17 verstärkt auch auf Akquisitionen gelegt. Zu den Aussichten für das Gesamtjahr 2015/16 werden keine konkreten Angaben gemacht.

Produktionsverlagerung in Büren

Vor gut einer Woche hatte Schaffner die Stilllegung der Produktion am Standort der Schaffner Deutschland GmbH im westfälischen Büren per Ende 2016 angekündigt. Die Produktion von Transformatoren und Drosseln soll an den bestehenden Produktionsstandorten der Schaffner Gruppe in China, Ungarn und in den USA zusammengeführt werden. Begründet wurde dieser Schritt mit der rückläufigen Nachfrage Power-Magnetics-Lösungen und mit den hohen Kosten, was sowohl im letzten Geschäftsjahr als auch im ersten Halbjahr 2015/16 zu einem Betriebsverlust von Schaffner Deutschland am Standort Büren geführt hatte. An dem Standort soll künftig das globale Kompetenzzentrum für Power-Magnetics-Lösungen (Transformatoren, Drosseln) aufgebaut werden.

Im ersten Halbjahr 2015/16 (per 31.03.) hatte Schaffner einen deutlichen Rückgang des Umsatzes verzeichnet. Das im März im Zusammenhang mit der schwachen Verfassung der Märkte angekündigte beschleunigte Kostensenkungsprogramm hat das Ergebnis wie angekündigt in den negativen Bereich gezogen. Die Restrukturierungskosten im Gesamtjahr 2015/16 sollen sich auf rund 4 Mio CHF belaufen, wovon im ersten Semester allerdings lediglich 0,7 Mio CHF angefallen sind. Das Kostensenkungsprogramm beinhaltet die Zusammenlegung zweier Werke in den USA, Produktionsverlagerungen sowie eine Reduktion der Materialkosten.

Kosten sollen gesenkt werden

Schaffner will die Kosten um insgesamt 6 Mio CHF jährlich senken, wovon der grösste Teil ab dem Geschäftsjahr 2016/17 wirksam werden soll. Die Fixkostenstrukturen sollen durch den Abbau von 40 Stellen reduziert werden. CEO Alexander Hagemann kündigte im Mai für die nähere Zukunft mögliche weitere Produktionsverlagerungen an, über die "zu gegebener Zeit" informiert werden soll.

Mit Blick auf das zweite Semester verwies Hagemann auf die üblicherweise bessere Saisonalität, da auf das erste Semester des versetzten Geschäftsjahres von Schaffner Weihnachten und Neujahr sowie auch das Neujahr im mittlerweile wichtigsten Einzelmarkt China fallen. Darum prognostiziert er für das zweite Halbjahr sequentiell eine Verbesserung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses, bei allerdings höheren Restrukturierungskosten.

Insgesamt soll im Geschäftsjahr 2015/16 das operative Geschäftsergebnis positiv ausfallen - trotz der mit dem laufenden Kostensenkungsprogramm verbundenen Sonderkosten. "Der EBITA dürfte im Gesamtjahr positiv ausfallen", sagte Hagemann an der Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen. Ob auch das Reinergebnis im schwarzen Bereich ausfallen werde, mochte er nicht vorhersagen. Dies hänge von den effektiv bis zum Ende des Geschäftsjahres (Ende September) anfallenden Kosten ab. Im ersten Semester fiel der EBITA mit 2,2 Mio CHF knapp positiv aus, das Reinergebnis dagegen mit -0,3 Mio knapp negativ.

(AWP)