Schlechte Fünf-Monats-Bilanz bei Richemont

Richemont hat in den fünf Monaten bis Ende August wie erwartet deutlich weniger Umsatz erwirtschaftet als noch vor Jahresfrist. Der Luxusgüterkonzern stellt ein tieferes Ergebnis in Aussicht.
14.09.2016 08:12
Ein Cartier-Laden in Asien: Die Marke verzeichnet einen Umsatzeinbruch von 16 Prozent.
Ein Cartier-Laden in Asien: Die Marke verzeichnet einen Umsatzeinbruch von 16 Prozent.
Bild: Bloomberg

In der Berichtswährung Euro nahmen die Verkäufe um 14 Prozent ab, in Lokalwährungen gerechnet um 13 Prozent. Ohne die Rücknahmeaktion von Uhrenmodellen, die von den Händlern nur schleppend verkauft werden konnten, wäre der Umsatz in Lokalwährungen um 10 Prozent zurückgegangen, schreibt Richemont im Vorfeld der am heutigen Mittwoch stattfindenden ordentlichen Generalversammlung. Richemont schliesst das Berichts-Halbjahr Ende September ab.

Der Einbruch kommt nicht ganz überraschend, schliesslich hatte Richemont bereits für den Monat April einen Umsatzrückgang von 15 Prozent in Lokalwährungen gemeldet und laut der Uhrenexportstatistik des Branchenverbandes FH nahmen die Ausfuhren von Schweizer Uhren in den Monaten Mai (nominal: -10 Prozent), Juni (-16 Prozent) und Juli (-14 Prozent) jeweils deutlich ab. Die August-Statistik wird kommende Woche veröffentlicht. Analysten hatten derweil für Richemont im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatzrückgang in Euro von 12 Prozent und in Lokalwährungen um 10 Prozent erwartet.

Terroranschläge belasten Geschäft

Richemont selbst führt als Gründe für den Umsatzschwund die gute Entwicklung in den Vergleichsmonaten des Vorjahres, die Rückkaufaktionen aus den Lagern der Händler sowie das derzeit schwierige globale wirtschaftliche Umfeld an. Besonders schwach entwickelte sich Europa (-18 Prozent in LW), was mit den rückläufigen Touristenzahlen nach den diversen Terroranschlägen im Zusammenhang steht. Weniger deutlich gingen die Verkäufe in Asien-Pazifik (-9 Prozent) und in Amerika (-6 Prozent) nach unten.

Der Umsatz mit Schmuck von Cartier oder Van Cleef & Arpels sank um 16 Prozent (-15 Prozent in LW). Die Uhrenverkäufe mit Marken wie Piaget, JaegerLeCoultre oder IWC gingen um 19 Prozent (-18 Prozent in LW) zurück. An den schwierigen Marktbedingungen dürfte sich in kurzer Frist kaum was ändern, glaubt Richemont. Dennoch sei man von den langfristigen Wachstumsaussichten, welche die Luxusgüter weltweit bieten, nach wie vor überzeugt.

Im Ausblick warnt die Gesellschaft zudem vor einem Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr. Aufgrund von Restrukturierungskosten im Umfang von 65 Mio EUR sowie den Auswirkungen aus den Produktrückkäufen werde das operative Ergebnis um rund 45 Prozent tiefer ausfallen als noch im Vorjahr, heisst es. Auch der Reingewinn dürften in dieser Grössenordnung abnehmen. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2016/17 (per Ende September) werden am 4. November publiziert.

(AWP)